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17. Dezember 2018

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Bedingtes Vertrauen in Politik

Bedingtes Vertrauen in Politik© david shankbone

Neue Studie zeigt gesellschaftlich bedingte starke Unterschiede in der Bewertung von Politik und Demokratie. Primäre Ausgangsbasis ist Einordnung und Eigensicht in der Gesellschaft, so die aktuelle Erhebung von Donau-Uni-Krems und Karl Franzens-Uni Graz im Rahmen des halbjährlich ausgewiesenen Demokratieradars.

Knapp zwei Drittel der Österreicher vertrauen der Politik zumindest etwas, großes Vertrauen sprechen ihr aktuell aber nur 14 Prozent aus. „Vertrauen in die Politik ist für die Stabilität der Demokratie zentral. Personen, die der Politik nicht vertrauen, beteiligen sich weniger, zweifeln Wahlen eher an und stellen die Demokratie grundsätzlich eher in Frage“, erläutert Katrin Praprotnik, Politikwissenschaftlerin von der Donau-Universität Krems.

Große Unterschiede
Die Unterschiede sind dabei durchaus groß: So stimmen Menschen, die der Politik vertrauen, zu 60 Prozent sehr zu, dass die Demokratie die beste Regierungsform sei und 31 Prozent stimmen dem eher zu. Unter jenen, die der Politik kaum oder nicht vertrauen, sind es im Vergleich nur 43 Prozent. 37 Prozent stimmen eher zu.
Das Vertrauen fällt zwischen verschiedenen Gruppen unterschiedlich aus: „Menschen, die das Gefühl haben, es in der Gesellschaft immer schwerer zu haben, vertrauen auch der Politik weniger“, ergänzt Flooh Perlot, Politikexperte der Grazer Karl-Franzens-Universität. Generell nimmt das Vertrauen mit dem Alter zu und je mehr sich jemand mit Politik beschäftigt, desto eher ist er oder sie bereit, ihr auch zu vertrauen.
Das Demokratieradar ist eine neue halbjährliche Studie der Donau-Universität Krems und der Karl-Franzens-Universität Graz. Sie basiert auf einer Umfrage unter rund 4.500 Personen in Österreich. Das Demokratieradar ist Teil des Austrian Democracy Lab (ADL), das seit Anfang 2018 den Zustand der Demokratie in Österreich analysiert und Vorschläge zu ihrer Weiterentwicklung ausarbeitet. Details zur Studie unter https://www.donau-uni.ac.at/de/aktuell/presse/archiv/27113/index.php

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red/mc, Economy Ausgabe Webartikel, 21.09.2018