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19. Dezember 2018

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„Wer losgeht, findet Dinge, die er gar nicht gesucht hat.“

„Wer losgeht, findet Dinge, die er gar nicht gesucht hat.“© piqs.de/alfred lohmann

Der Fachverband Propak veranstaltete den Trendtag 2018 und präsentiert aktuelle Studie zum Qualifizierungsbedarf der Branche. Trotz Vielzahl an offener Stellen keine geeigneten Fachkräfte. Genetiker Markus Hengstschläger erläutert in KeyNote aktuelle Rahmenbedingungen.

Unter dem Motto ‚‚Smart work. Smart People – Arbeiten in turbulenten Zeiten“ luden Fachverband Propak und Propak Austria zum Trendtag 2018 und präsentierten dabei auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Industrie-Wissenschaftlichen Instituts (IWI) zum Thema Qualifizierungsbedarf in der Verpackungsindustrie.
In seiner Keynote betonte Markus Hengstschläger, international renommierter Genetiker an der Med-Uni Wien, die richtige Bewertung und Nutzung der grundsätzlich in Fülle vorhandener Informationen. Und, dass eine Gesellschaft mutige, junge Menschen brauche, die bereit sind alte Wege zu verlassen um neue zu gehen. „Nur wer es wagt loszugehen, kann auch Dinge finden, die er gar nicht gesucht hat“, so Hengstschläger.

Was braucht die Branche und wie attraktiv ist sie
Mit der Digitalisierung verändern sich Produktionsverfahren und Geschäftsprozesse. Die industrielle Herstellung von Produkten aus Papier und Karton erfordert heute ein hohes Maß an neuen Kompetenzen. „Unsere Unternehmen bieten zukunftsorientierte Arbeitsplätze und. dennoch fällt es schwer, geeignete Mitarbeiter zu finden“, so Georg Dieter Fischer, Propak-Fachverbandsobmann. „Was brauchen also die Unternehmen für den digitalen Wandel? Wie kommen sie zu den dringend benötigten Fachkräften? Und wie attraktiv ist die Branche für den Nachwuchs?“

Die Ergebnisse der IWI-Studie
71 Prozent der Propak-Unternehmen weisen derzeit unbesetzte Stellen auf. Der Mangel zeigt sich in der Produktion, insbesondere bei den Fachkräften. So ist etwa die Nachfrage nach Verpackungstechniker in der Bodensee-Region groß. In Oberösterreich findet man derzeit kaum Lehrlinge. In Tirol gibt es offene Stellen, etwa in der Qualitätskontrolle; auch Drucker werden hier gesucht. Generell erweist sich die Suche nach IT-Fachkräften als schwierig.
Der Trend geht eindeutig in Richtung höherer Qualifikation. Gesucht werden Fachkräfte mit strategischem und systematischem Denken, Projekt- und Prozessmanagement-Know how und sozialer Kompetenz. Das Spektrum an Lehrberufen ist differenziert, neben Verpackungstechnik gibt es etwa auch eine Ausbildung in Metall-, Druck-, Elektro- und Prozesstechnik lernen. Insgesamt bildet die Propak-Industrie Lehrlinge in 25 Berufsbildern aus.
Die größten Beschäftigungshemmnisse sind laut IWI-Geschäftsführer Herwig Schneider „ein Mangel an fachlich-methodischen Kompetenzen, an Kommunikations- bzw. Teamfähigkeit sowie eine zu geringe Kunden- und Serviceorientierung. Bemängelt werden vor allem bei Lehrlingen fehlende Grundfertigkeiten. Verstärkt werden die Probleme in der Personalrekrutierung durch eine geringe Mobilitätsbereitschaft der Arbeitskräfte.“

Alle Generationen sind angesprochen
Zum Thema „Was müssen Unternehmen leisten, um der Anforderung als attraktiver Arbeitgeber gerecht zu werden? diskutierten in Folge Marion Szeiler (HR bei Mayr Melnhof), Harald Mayer (HR von Mondi), Wolfgang Ornig (Geschäftsführer von SIG Combibloc) sowie Peter Pendl (Pendl & Piswanger) und unter dem Titel „Leadership in der VUCA-Welt“ ging Anneliese Aschauer-Pischlöger (InoVato) dann noch den zukünftig nötigen Kompetenzen von Führungskräfte nach (Anm. ob dabei auch das Wort „VUCA“ näher erläutert wurde, konnte economy nicht in Erfahrung bringen...). Zum Abschluss des Propak-Trendtages blickten Studierende und ein junger Verpackungstechniker in die Zukunft und präsentierten ihre Vorstellungen über das Arbeiten im Jahr 2030.
Passend zum Thema startet das BM für Digitalisierung und Wirtschaft (BMDW) ein neues Förderprogramm, wo unter dem Titel „ECOPACK“ auch das Thema nachhaltige Verpackung eine Rolle spielt. Bedingt durch „ein Defizit innerhalb der gesamten verpackungsrelevanten Industrie an Schulungen im Bereich nachhaltiger Gestaltung, Produktion und Verwertung von Verpackungen im Sinne der sogenannten Circular Economy, wird nun die gezielte Schulung von Mitarbeiten gefördert, um die heimischen Unternehmen in ihrer Innovationsleistung bezüglich nachhaltiger Verpackungen zu stärken“, so eine Aussendung des BMDW. Das Volumen des gesamten Förderprogramms mit allen Themenbereichen beträgt vier Millionen Euro. Infos dazu auf der Webseite des Ministeriums.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 15.11.2018