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24. October 2017

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Alles kann Musik machen

Alles kann Musik machen© Bilderbox.com

Eine neue Technologie ermöglicht dünne Folien, die wahlweise als Musikbox oder Mikrofon dienen können.

Musik könnte bald aus den unscheinbarsten Gegenständen erschallen, wie eine neue Entwicklung von Nelson Sepulveda von der Michigan State University verspricht. Im Vorjahr wurde bereits eine hauchdünne Computertastatur präsentiert - nun haben sie erkannt, dass sich die Technologie auch für das Erkennen und Abspielen von Geräuschen eignet.
"Das ist der erste Energieumwandler, der ultradünn, flexibel, skalierbar und bidirektional ist. Das bedeutet, dass er mechanische Energie in elektrische Energie und elektrische Energie in mechanische Energie umwandeln kann", erklärt Sepulveda. Die Technologie dahinter nennt sich Ferroelektret-Nanogenerator (FENG).

Vibration der Schallwellen
Während bei der Computertastatur die mechanische Energie in Form des Fingerdrucks in elektrische Energie umgewandelt wurde, sind es beim Mikrofon die Vibrationen der Schallwellen, die zu elektrischer Energie werden. Der Lautsprecher funktioniert genau umgekehrt und wird zuerst mit elektrischer Energie versorgt - über ein iPad und einen Verstärker wurde Musik in die Flagge "gepumpt" - und dann in mechanische Energie in Form von Schallwellen umgewandelt.
Sepulveda und sein Kollege Wei Li können sich gut vorstellen, dass eines Tages faltbare Lautsprecher statt großer Boxen verwendet werden, die einfach nach Bedarf auf die Wand geklebt werden. Das Mikrofon sei aber auch für Sicherheitsanwendungen nutzbar: "Das Gerät ist so sensibel gegenüber Vibrationen, dass es die Frequenzkomponenten deiner Stimme auffängt", meint Sepulveda, sodass die eigene Stimme zum Passwort für den PC werden kann.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 23.06.2017