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26. October 2020

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Kombinierter Schutz bei Corona und Daten

Kombinierter Schutz bei Corona und Daten© TU Wien/Vereinstix

Zur Nachverfolgung von Kontakten sollen bei Veranstaltungen Daten hinterlegt werden. Ein Team der TU Wien entwickelt dafür eine Applikation, die für maximalen Datenschutz sorgen soll.

(red/czaak) Das Kultur- und Vereinsleben ist durch Corona deutlich komplexer geworden. Bei Veranstaltungen sollen Kontaktdaten hinterlegt werden, damit man informiert werden kann, falls ein Corona-Fall auftritt. An der TU-Wien wurde nun die neue Software-Applikation „vereinstix“ entwickelt, die eine einfachere und sichere Umsetzung gewährleisten soll, etwa eine Kontakthinterlegung völlig unabhängig vom Veranstalter.

„Man muss keine App installieren, sich nirgendwo anmelden, und nichts dafür bezahlen. Es genügt, einen QR-Code zu scannen und eine beliebige Kontaktmöglichkeit anzugeben. Auch für Vereine ist „vereinstix“ gratis. Sie bekommen durch das Tool die Möglichkeit Online-Tickets zu verkaufen, Reservierungen zu verwalten und elektronisch Tickets zu kontrollieren“, so die TU-Wien in einer Aussendung.

Forschungsexpertise und unternehmerischem Praxiswissen
„Manchmal muss man sich damit einverstanden erklären, geortet zu werden, oder seine Daten für Marketingzwecke zur Verfügung zu stellen. Wir wollten das alles nicht und haben daher überlegt, wie man eine Lösung entwickeln kann, die mit einem Minimum an Information und Aufwand auskommt und ein Maximum an Datenschutz gewährleistet“, erläutert Sophie Grünbacher vom Institut für Logic and Computation der TU Wien. Grünbacher ist auch Unternehmerin und Eigentümerin des Online-Ticket-Anbieters „Absolut Ticket“.

Auf Basis von Forschungsexpertise und unternehmerischem Praxiswissen entstand dann vereinstix als Plattform für „einfaches Contact-Tracing.“ Angaben zufolge verwendet die neue Applikation keine Cookies und die Kontaktdaten werden über eine hochgesicherte Verbindung auf einen Server in Wien übertragen, daher gelten die österreichischen Datenschutzregeln. Nach 28 Tagen werden die Daten gelöscht. Daten werden nur vom User zu vereinstix übermittelt, der Veranstalter kommt zu keinem Zeitpunkt an die Daten.

Vereinsleben in Coron-Zeiten 
Vereine, die „vereinstix“ nutzen wollen, müssen sich anmelden und können dann entsprechend Reservierungen, Kartenverkauf sowie die Ticketkontrolle beim Einlass abwickeln. „Wir alle wünschen uns trotz COVID-19 einen möglichst normalen Alltag, und da gehört auch ein Vereinsleben dazu“, betont Sophie Grünbacher. „Mit unserem Gratis-Tool wollen wir für mehr Sicherheit sorgen – sowohl in Hinblick auf unsere Daten als auch in Bezug auf COVID-19.“

Normalerweise beschäftigt sich das TU-Team mit komplexen technischen Lösungen, etwa im Bereich der künstlichen Intelligenz. „In diesem Fall wollten wir die Lösung allerdings so einfach wie möglich halten“, sagt Sophie Grünbacher. „Vielleicht ist das auch für andere Software-Anbieter ein Denkanstoß, nicht immer mehr Daten einzufordern, als man aus technischer Sicht wirklich unbedingt benötigt.“

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 21.09.2020