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16. October 2019

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Neue Fördergelder für Niederösterreichische Forschung

Neue Fördergelder für Niederösterreichische Forschung© Piqs.de/ Eliot Ness

Die NOe Forschungs- und Bildungsgesellschaft startet neue Förderrunde. Erstmals gibt es die Programmlinie Klimawandel und dazu den bekannten Science Call Dissertationen. Das Fördervolumen beträgt in Summe zwei Millionen Euro. Parallel läuft noch bis Mitte Oktober der Call Digitalisierung.

(red/czaak) Die Niederösterreichische Forschungs- und Bildungsgesellschaft (NFB) ist per 16. September mit der Ausschreibung neuer Programmlinien gestartet. Ausgehend vom Anspruch eine lebenswerte Zukunft für die kommenden Generationen zu schaffen, gibt es nun neben dem bewährten Science Call Dissertationen erstmals auch einen FTI-Call mit Fokus auf den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

„Umso wichtiger ist es, das grundlegende Verständnis für den Klimawandel und die damit einhergehenden Mechanismen und Konsequenzen durch transdisziplinäre Forschung zu stärken und einen Beitrag zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung zu leisten“, so die NFB in einer Aussendung.

Projektanträge aus allen FTI-Feldern
Um das Thema Klimawandel in seiner gesamten Breite zu erfassen, sind Projektanträge aus allen FTI-Themenfeldern möglich, darunter etwa Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, Ökosysteme und Ökosystemdienstleistungen, Wasser, Rohstoffe und Bioenergie, Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit oder Nachhaltige Landbewirtschaftung und Produktionsoptimierung.
Ebenso angesprochen sind Medizintechnik und medizinische Biotechnologie, Materialien und Oberflächen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik sowie das Thema Daten. Projekte, die sich der Themen aus interdisziplinärer Perspektive annehmen, sind ausdrücklich erwünscht.

Als Zielgruppe angesprochen sind „Nicht gewinnorientierte niederösterreichische Forschungs- und Bildungseinrichtungen“. Die Einreichfrist ist mit/ab 16. September bereits gestartet und läuft bis 16. Dezember des heurigen Jahres (12 Uhr). Das Fördervolumen beträgt in Summe 1,2 Millionen Euro.

Science Call Dissertationen
Zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Stärkung des wissenschaftlichen Potentials in Niederösterreich wird im Rahmen des Science Call 2019 auch heuer wieder die Anstellung von hoch qualifizierten Dissertanten im Bereich der grundlagenorientierten Forschung gefördert. Insbesondere im Fokus stehen Dissertationen aus den Themenfeldern des FTI-Programms Niederösterreich.

Um das Thema auch hier in seiner gesamten Breite zu erfassen, sind ebenso Projektanträge aus allen FTI-Themenfeldern möglich (Anm. gleiche Forschungsbereiche wie o.a. bei Call Klimawandel) und auch diese Programmlinie wendet sich an „Nicht gewinnorientierte niederösterreichische Forschungs- und Bildungseinrichtungen.“ Zudem gelten auch die gleichen Einreichtermine (16.09. bis 16.12.2019 – 12.00 Uhr). Das Fördervolumen beträgt hier in Summe 800.000 Euro. Bereits zuvor gestartet ist der Call Digitalisierung (Volumen von 600.000,- Euro). Hier endet die Einreichfrist am 15. Oktober 2019 (12.00 Uhr).

Die NFB mit Barbara Schwarz und Markus Hengstschläger
„Seit Einführung des „Science Call: Dissertationen“ im Jahr 2016 konnten wir jährlich die Anstellungen von zahlreichen hochqualifizierten Jungwissenschaftlern ermöglichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Niederösterreich leisten“, unterstreicht Markus Hengstschläger (Univ. Prof. Mag. Dr.) als Aufsichtsratsvorsitzender der NFB.
Hauptaufgabe der NFB ist Förderung und Weiterentwicklung der Forschungslandschaft und des tertiären Bildungswesens in Niederösterreich. Barbara Schwarz, die bereits zuvor als NOe-Landesrätin für Bildung maßgebliche Bildungsinitiativen für Österreichs größtes Bundesland verantwortete, ist Geschäftsführerin der NFB und der prominente Wissenschaftler und Forschungsexperte Markus Hengstschläger ist wie angeführt Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Beispiele vorangegangener Science Calls
Zur Veranschaulichung von Beispielen geförderter Dissertationen aus dem Science Call 2017 werden angeführt: „Roh oder gekocht? Kunst aus Gugging“. Im FTI-Themenbereich Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften geht hier Maria Höger dem Thema und dem Versuch einer begrifflichen Neuordnung der Kunstrichtung „Art brut“ nach.
Eröffnet werden dabei Themenfelder von Maßstäben der Inklusion und Exklusion, über die dahinterliegenden Konzepte, bis hin zum Widerspruch zwischen Sichtbarmachung des Diversen und Stigmatisierung bzw. Marginalisierung und letztlich der angeblichen Abgrenzung zur zeitgenössischen Kunst.

Archivierung von Performancekunst
Eine weitere Forschungsarbeit aus dem Bereich Kulturwissenschaft von Marlies Surtmann beschäftigt sich mit der “Archivierung von Performancekunst?“ Es geht um die Frage, ob Archivierung und Weiterschreibung von Performancekunst durch Schrift, Bild und Objekt möglich und ausreichend ist.

Oder ob eine Kunstform, die mit der Präsenz der Körper arbeitet, nicht auch performative und künstlerische Methoden braucht, um überliefert zu werden. Ausgangspunkt für die Recherche bilden dabei die Performancebestände des Kunstraumes Niederösterreich und der Landessammlungen Niederösterreich.

Wissensgeschichte der Sojabohne
Dem Forschungsfeld Geschichtswissenschaft ist die „Wissensgeschichte der Sojabohne in Österreich 1870-1950“ zuzuordnen. Das beantragte Dissertationsprojekt greift den wissenshistorischen Ansatz auf und versucht am Beispiel der Sojabohne Erzeugung, Verbreitung und Aneignung von Experten- und Alltagswissen innerhalb der agrarisch-industriellen Wissensgesellschaft in Österreich von etwa 1870 bis 1950 nachzuzeichnen.

Der Diskurs um die Sojabohne wurde gewählt, weil er paradigmatisch die Formationsphase der agrarisch-industriellen Wissensgesellschaft in Österreich bis Mitte des 20. Jahrhunderts charakterisiert. Damit will die Arbeit auch einen Beitrag zur aktuellen Agrar- und Ernährungsdebatte leisten.

Medizintechnik und medizinische Biotechnologie
Eine weitere Forschungsarbeit stammt aus dem FTI-Themenfeld Medizintechnik und medizinische Biotechnologie mit dem Titel „Entwicklung und Anwendung bioorthogonaler Substitution zur schnellen Radiomarkierung von Biomolekülen“.

Radiomarkierte Verbindungen und Biomoleküle nehmen eine Schlüsselrolle in der Diagnose und Therapie vieler Krankheiten ein. Mit seiner Forschungsarbeit zeigt Walter Kuba eine Perspektive auf, um Fortschritte in der Früherkennung von Krebs zu erzielen.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 20.09.2019