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27. September 2022

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Die datenschutzkonforme Digitalisierung von Impfzertifikaten

Die datenschutzkonforme Digitalisierung von Impfzertifikaten© Pexels.com/Kampus Production

Weltgesundheitsorganisation WHO beauftragt T-Systems mit Lösung für elektronische Impfzertifikate. Neue Plattformbasis als länderübergreifendes Standard-Verfahren auch für andere Impfungen.

(red/cc) Die Weltgesundheitsorganisation WHO will ihren Mitgliedstaaten künftig das Einführen digitaler Impfzertifikate erleichtern und baut dazu eine digitale Plattform (Anm. Gateway) auf. Diese soll das Überprüfen von QR-Codes auf elektronischen Impfnachweisen über Ländergrenzen hinweg ermöglichen und damit als Standard-Verfahren nach Corona auch bei anderen Impfungen wie Polio oder Gelbfieber zur Anwendung kommen. T-Systems wird von der WHO als Industriepartner mit der Entwicklung des Prüfdienstes beauftragt.

„COVID-19 betrifft alle. Die Länder kommen nur gemeinsam aus der Pandemie. Fälschungssichere und digital überprüfbare Impfnachweise schaffen Vertrauen“, sagt Gerret Mehl, Leiter für Digital Health und Innovation bei der WHO. „Die WHO unterstützt die Mitgliedsstaaten daher beim Aufbau nationaler wie regionaler Vertrauens-Netzwerke (Anm. Gateways) und Prüftechnologie und das kann dann auch für künftige Impfkampagnen und Patientenakten verwendet werden“, so Mehl.

Gesundheit als strategisches Wachstumsfeld für T-Systems
„Corona hat die Welt im Griff. Digitalisierung hält sie am Laufen. Digitale Impfzertifikate wie das der EU sind hierfür der Schlüssel“, ergänzt Adel Al-Saleh, Mitglied im Vorstand der Deutschen Telekom und CEO von T-Systems. „Wir freuen uns, die WHO im Kampf gegen die Pandemie unterstützen zu können. Gesundheit ist ein strategisches Wachstumsfeld für T-Systems und der gewonnene Auftrag unterstreicht hier unsere Expertise und unser Engagement“, betont T-Systems-Boss Al-Saleh.

Beim Aufbau des Gateways sind für die WHO und T-Systems Transparenz und Datenschutz zwei zentrale Schwerpunkte. Die laufenden Arbeiten an der Software sind auf der Entwickler-Plattform Github öffentlich, alle Programm-Codes sind für die Experten-Community dort einsehbar. „Mit dem Erfüllen der Datenschutzgrundverordnung entspricht das Gateway auch den strengen Datenschutzanforderungen der Europäischen Union“, so T-Systems in einer Aussendung.

Verlässlichkeit während Corona-Pandemie
Das Gateway wird zudem mit anderen Teilen des Systems zusammenarbeiten, die bereits von der WHO entwickelt wurden. Diese sind ebenfalls quelloffen und mit entsprechenden Urheberrechtslizenzen versehen. Ein Sicherheitsaudit mit Penetrationstests ist Teil der Entwicklung und damit erhalten die einrichtenden Organisationen wertvolle Hinweise für den Aufbau der regionalen Lösungen. T-Systems hatte zuvor bereits das EU-Gateway für Digitale Covid Zertifikate entwickelt, wo aktuell über 60 Staaten angeschlossen sind und für das grenzüberschreitende Corona-Tracking den European Federation Gateway Service (EFGS) aufgebaut.

Bei beiden EU-Projekten haben Deutsche Telekom, T-Systems und SAP zusammengearbeitet. Die Unternehmen sind ebenfalls Industriepartner für die Corona-Warn-App der Bundesregierung. Mit inzwischen mehr als 43 Millionen Downloads gilt die deutsche App als eine der erfolgreichsten Tracing-Apps weltweit. Sie hat sich in der Pandemie mit vielen Zusatzfunktionen etwa für Veranstaltungen oder universellem Zertifikatspeicher einen verlässlichen Ruf erworben.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 25.02.2022