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24. October 2017

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Höheres Pensionsantrittsalter, weniger Förderungen

Höheres Pensionsantrittsalter, weniger Förderungen© Bilderbox.com

Der Thinktank Agenda Austria kritisiert die Abgabenlast in Österreich.

Der Staat holt sich einen spürbar größeren Teil des erarbeiteten Wohlstands als vor 20 Jahren, erklärt Agenda Austria. Das zeige laut dem Thinktank, dass Österreich nicht an zu geringen Einnahmen leide, sondern an zu hohen Ausgaben. Anzusetzen wäre etwa bei Pensionen und Förderungen, so eine aktuelle Erhebung der Agenda Austria.
Wer die gesamten Steuereinnahmen eines Jahres nimmt und durch die Zahl der jeweils ansässigen Personen dividiert, kommt, beginnend mit 1995, zu einem klaren Ergebnis: Die Besteuerung pro Kopf hat fast durchgängig zugenommen. Die Betrachtung erfolgt ohne Sozialabgaben, aber diese haben sich laut Agenda Austria ähnlich entwickelt. Konkret hat jeder Niedergelassene 1995 im Durchschnitt 5.972 Euro an Steuern bezahlt, 2016 waren es hingegen 11.148 Euro – um 86,7 Prozent mehr.

Kürzungen
Pro-Kopf-Einkommen und Inflation sind viel weniger stark gestiegen als die durchschnittliche Steuerlast. "Die Inflation beträgt seit 1995 etwa 45 Prozent. Und das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – es ist der wichtigste Indikator für den Wohlstand – ist in dem Zeitraum um 72,8 Prozent gestiegen. Beides ist deutlich weniger als die 86,7 Prozent an Steuer-Steigerung", stellt Michael Christl, Ökonom bei der Agenda Austria, fest.
Um den Bürgern wieder mehr von ihrem erwirtschafteten Einkommen zu lassen, sollte die Regierung Ausgaben wie jene für die äußerst großzügigen Förderungen streichen. Sparpotenzial: Mindestens 500 Millionen Euro jährlich. Und auch beim größten einzelnen Ausgabenposten der Republik, den Pensionen, gibt es Handlungsbedarf: Deutschland und die Niederlande heben wegen der steigenden Lebenserwartung das Pensionsantrittsalter gerade an, um die Kosten im Griff zu behalten. Vom teuren Föderalismus gar nicht zu reden.

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red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 02.06.2017