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12. November 2018

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Deutschland braucht die Bundesblockchain

Deutschland braucht die Bundesblockchain© piqs.de/mill8

Der deutsche Verband der Internetwirtschaft fordert von Regierungen ein neues Selbstverständnis als digitale Dienstleister. Die Blockchain-Technologie kann in der Verwaltung viele Prozesse vereinfachen sowie sicherer und transparenter machen.

Als ehemaliger CIO Estlands hat Taavi Kotka die Digitalisierung des baltischen Staates maßgeblich gestaltet. Aus seiner Sicht hat die Blockchain-Technologie das Potenzial, die Verwaltung nachhaltig zu verändern. „Volle Transparenz gewährleisten und gleichzeitig Bürgerdaten und Privatsphäre schützen, das ist mit der Blockchain nun technisch möglich“, sagte Taavi Kotka kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung des Verbands eco.

Standortwettbewerb der Nationen
Aus seiner Sicht entkräfte das auch mögliche Ausreden von Verantwortlichen, welche die Digitalisierung der Verwaltung bislang aufgeschoben hatten. „Die Menschen nehmen staatliche Stellen immer stärker als primär serviceorientierte Dienstleister wahr“, so Kotka. Da sei kein Platz mehr für Bürokratie und es werde vermehrt zu einem Wettbewerb der Nationen kommen, beispielsweise um hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland.
„Den werden diejenigen gewinnen, die Services digital einfacher und effizienter anbieten können“, betont Kotka. Eine Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltungsprozesse sei daher eine standortrelevante Investition in die Zukunft des Landes. „Blockchain stellt staatlichen Stellen neue Instrumente zur Verfügung, um komplexe und vertrauenswürdige Interaktionen zwischen Staat und Bürgern zu erleichtern und beschleunigen“, bestätigt auch Stephan Zimprich, Blockchain-Experte bei eco.

70 Prozent deutscher Unternehmen wollen die Bundesblockchain
Laut einer aktuellen Studie von eco und YouGov1 unter 500 betrieblichen Entscheidungsträgern wünschen sich 81 Prozent der deutschen Unternehmen mehr Möglichkeiten, Daten mit staatlichen Stellen sicher auszutauschen. Allerdings haben 44 Prozent der Unternehmensentscheider kein Vertrauen in die Datensicherheit beim elektronischen Austausch mit den staatlichen Behörden.
Abhilfe schaffen könnten hier innovative Lösungen wie die Blockchain, so 68 Prozent der befragten Unternehmer. Der Staat sollte Unternehmen entsprechende Möglichkeiten bieten, Unternehmensdaten geschützt durch Blockchain-Technologie an Behörden zu übertragen (70 Prozent).
Gerade die Stärken der Blockchain, wie etwa fälschungssichere Register zu führen und als vertrauenswürdige neutrale Instanz zu fungieren, seien schließlich zentrale Charakteristika öffentlicher Institutionen. „Jetzt ist die Zeit für öffentliche Institutionen gekommen, die Digitalisierung in die Hand zu nehmen und Projekte konkret umzusetzen“, unterstreicht Kotka.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 30.10.2018