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24. October 2017

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Elektromobilität: Tirol und die Niederlande starten Kooperation

Elektromobilität: Tirol und die Niederlande starten Kooperation© Bilderbox.com

Der  beschleunigte Ausbau der Elektromobilität ist Ziel einer Kooperation zwischen der Standortagentur Tirol und dem Cluster des niederländischen International Business (PIB) Programms „Erfolgsformeln verbinden – nachhaltige Mobilität und Energie in Österreich und in den Niederlanden“.

PIB ist ein Kooperationsprogramm, in dem niederländische Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen in Zusammenarbeit mit The Netherlands Enterprise Agency, der Niederländischen Botschaft und österreichischen Partnern von 2017 bis 2019 die Themenfelder E-Mobilität in den Bereichen intelligentes Laden, Zero Emission-Tourismus und Zero Emission-Schwertransport in verschiedenen Projekten erforschen und entwickeln.

Wachstumsmarkt Elektromobilität
Laut einer aktuellen Studie des VCÖ waren Österreich und die Niederlande im 1. Halbjahr 2017 mit 1,4 Prozent Marktanteil reiner Elektroautos an den PKW-Neuzulassungen die eMobility-Spitzenreiter der EU. Auch in Tirol erreichten Elektroautos im gleichen Zeitraum einen Marktanteil von 1,4 Prozent der PKW-Neuzulassungen nach 1,2 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Wir sind nicht nur bei der Zulassung von Elektroautos vorne mit dabei, ebenso punktet Tirol mit wissenschaftlichem Know-how und innovativen Mobilitätslösungen namhafter Unternehmen. Über die neue Kooperation soll es jetzt noch mehr Tiroler Unternehmen gelingen, vom Wachstumsmarkt Elektromobilität zu profitieren,“ so LRin Patrizia Zoller-Frischauf. Sie ist Vorsitzende des Kuratoriums der Standortagentur Tirol, welche den Aufbau und den Austausch von Wissen zwischen niederländischen und Tiroler Partnern auf Tiroler Seite koordiniert.
Inhaltlichen Mehrwert erwartet die Standortagentur beim Betrieb von E-Fahrzeugen, für den Aufbau der Ladeinfrastruktur, bei der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle und strategischen Maßnahmen seitens öffentlicher Hand. Gerade beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und Anforderungen an deren Intraoperabilität sowie an das intelligente Laden zählen die Niederlande zur Weltspitze. Sie verfügen über das dichteste Ladenetz Europas und betreiben mit dem „Living Lab Smart Charging“ seit Herbst 2016 ein großes Versuchslabor für das intelligente Laden von Elektrofahrzeugen.
Der Startschuss zur Zusammenarbeit ist beim Tiroler Elektromobilentwickler Mattro Mobility Revolutions im Rahmen des Besuchs einer niederländischen Wirtschaftsdelegation gefallen. „Mit den zunehmenden Beschränkungen für Verbrennungsmotoren hat die Elektromobilität nun den Wind im Rücken, den sie braucht, um von den großen Automarken wahrgenommen zu werden. Deshalb birgt unsere Zusammenarbeit gerade jetzt erhebliche Chancen für Fortschritt beim Thema, fördert die Wirtschaftsbeziehungen an sich und spiegelt den innovativen Geist der Niederlande und Tirol vortrefflich wieder“, so der niederländische Botschafter Marco Hennis.

Touristenmobilität zwischen Niederlanden und Tirol
Darüber hinaus bestehen Anknüpfungspunkte auch im Bereich Tourismus. An beiden Standorten wird an emissionsfreien touristischen Mobilitätskonzepten geforscht oder arbeiten Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen rund um Elektromobilität im Tourismus. Tiroler Beispiele sind das Unternehmen Greenstorm Mobility, die Ziesel Adventure Tours und Parks von Mattro, das Projekt „Tirol auf Schiene“ der Tirol Werbung oder das Projekt „Easy Travel – New mobility concepts in tourism“, in dem die Universität Innsbruck und Partner ein elektromobiles „Rundumsorglospaket“ für nicht PKW-Anreisende entwickeln.
In den Niederlanden hat man wiederum kürzlich das PIB-Konsortiumsprojekt „Forschungs- und Politikagendas bezüglich Zero-Emission touristischer Mobilität“ gestartet. Dessen Ziele stellte der Projektleiter Paul Peeters vom Centre for Sustainability, Tourism and Transport an der NHTV Breda University of Applied Science vor. „Weil der internationale Tourismus fünf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht und 75 Prozent der touristischen CO2-Emissionen allein beim Gästetransport entstehen, kann und muss Zero-Emission Touristenmobilität einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten,“ so Peeters.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 03.10.2017