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14. Dezember 2019

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Europas beste Hacker kommen auch aus Österreich

Europas beste Hacker kommen auch aus Österreich© Bilderbox.com

Österreichisches Team rund um TU-Graz holt bei European Cyber Security Challenge dritten Platz unter 200 Teilnehmern. Web- & Mobile-Sicherheit, Kryptopuzzles, Reverse Engineering, Forensik und Hardware-Challenges als Schwerpunkte beim Wettbewerb.

(red/czaak) Die aktuelle Hacker-Nachwuchs-Europameisterschaft (European Cyber Security Challenge/ECSC) brachte in Bukarest (RU) rund 200 junge Cyber-Talente aus 20 Ländern Europas zusammen, um ihre Fähigkeiten in den Bereichen Web- und Mobile-Sicherheit, Kryptopuzzles, Reverse Engineering, Forensik und Hardware-Challenges unter Beweis zu stellen. Das österreichische Team rund um Martin Schwarzl von der TU Graz konnte sich nicht nur gegen die zahlreiche starke Konkurrenz durchsetzen, sondern verpasste gegen Italien nur ganz knapp den zweiten Platz.

„Cyberkriminalität und Hackerangriffe sind eine Bedrohung für unsere Wirtschaft und unseren Rechtsstaat. Die Spezialisten von morgen, müssen wir heute spielerisch an das Thema heranführen“, erläutert Elisabeth Udolf-Strobl, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaft (BMDW). „Wir brauchen junge Menschen, die detektivisch Sicherheitslücken und Schwachstellen in Hardware-Systemen und in Software aufdecken können und wollen“, unterstreicht Udolf-Strobl den Erfolg des heimischen Teams.

Österreich als Musterbeispiel für Europa
Die Top-Leistung der österreichischen Mannschaft wurde nur von den Teams aus Rumänien und Italien überboten. Dabei lag das Hacker-Team um Kapitän Martin Schwarzl von der TU Graz zeitweilig sogar in Führung, musste sich dann aber knapp hinter den Italienern einreihen. Am Sieg Rumäniens konnte an den beiden Wettkampftagen letztlich niemand mehr rütteln.

„Die Spitzenleistung der Österreicher, die starke Teams aus Deutschland, Frankreich, England und Spanien hinter sich ließen, ist unter anderem der jahrelangen Aufbauarbeit und konsequenten Entwicklung der Austria Cyber Security Challenge geschuldet“, so das BMDW in einer Aussendung. Die ECSC fand heuer bereits zum sechsten Mal statt und verdankt ihre heutige Form der Österreichischen „Austria Cyber Security Challenge“, die als Musterbewerb auch für europaweite Wettbewerbe ausgewählt wurde.

Nächster Hackaton in Wien
„Security Challenges sind ein wichtiger Anreiz, SchülerInnen für das Feld CyberSecurity zu gewinnen. Auch brauchen wir Anreize für Studierende, um ihre Ausbildung im Cybersicherheitsbereich zu wählen und eine akademische Laufbahn einzuschlagen“, erörterte Martina Lindorfer, Professorin für Security an der TU Wien, die von der Europäischen Agentur für Netzwerk Sicherheit/ENISA für das Einleitungsreferat eingeladen wurde. „Gerade, wenn es um Sicherheit und Datenschutz geht, brauchen wir eine offene Wissenschaft, die nicht von den großen Technologiegiganten kontrolliert wird“, betonte Lindorfer.

Im nächsten Jahr wird Europas Security-Nachwuchs-Elite vom 3. bis 7. November 2020 in Wien um den Titel „hacken“. Die Veranstalter – CSA (Cyber Security Austria), das Abwehramt des Österreichischen Bundesheeres und die ENISA rechnen dann schon mit 25 Teams und rund 250 Finalisten aus ganz Europa.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 22.10.2019