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13. Dezember 2019

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Neuer Großauftrag für Kapsch CarrierCom

Neuer Großauftrag für Kapsch CarrierCom© Bilderbox.com

Belgischer Bahninfrastrukturmanager Infrabel beauftragt Kapsch mit neuem Projekt im Bereich Bahnkommunikation. Technologisch letztaktuelle Plattformlösung erfüllt umfangreiche Anforderungen des European Train Controll Systems.

(red/czaak) Der belgische Bahninfrastrukturmanager Infrabel entscheidet sich für einen Wechsel von seinem bisherigen Partner und beauftragt Kapsch CarrierCom mit einem neuen Bahnkommunikationsnetz. Technologisch setzt das Projekt auf der Migration des bisherigen Core-Netzwerks in die letztaktuelle, mit Voice-over-IP (VoIP) verbundene GSM-Technologie R4 auf.

Weiterer Meilenstein für europaweite Standardisierung
Der aktuelle Rahmenvertrag wurde über eine Dauer von 15 Jahren abgeschlossen. Zentrales Element ist die Sicherheit des Schienenverkehrs, für die Bahnbediensteten ebenso wie für die Fahrgäste. Nach der Finalisierung des GSM-Netzwerk-Projektes für die Luxemburgischen Staatsbahnen (economy berichtete) ist der neue Auftrag ein weiterer Meilenstein für die europaweite Standardisierung der Netzwerkinfrastruktur für Eisenbahnen.

Kapsch ist im neuen Projekt für die Migration des Core-Netzwerks für GSM-R (Global System for Mobile Communications-Railways) und GPRS (General Packet Radio Service) von der bisherigen Architektur (Anm. R99) des 3rd Generation Partnership Project (3GPP) auf die Release 4 (R 4)-Technologie verantwortlich. Dazu gehören auch das Netzwerkdesign sowie die Lieferung, Installation und Instandhaltung der Anlagen über einen Zeitraum von zwölf Jahren.

Auftraggeber betont Innovationskraft und Verlässlichkeit von Kapsch
Das R4-Core-Netzwerk von Kapsch ist eine sogenannte normkonforme All-IP-Voice-basierte Carrier-Grade-Core-Lösung auf einer ATCA-Plattform (Advanced Telecommunications Computing Architecture). Darüber hinaus entspricht es den Level-2-Anforderungen des ETCS (European Train Control System). Damit gewährleistet es eine kontinuierliche Datenübertragung auf Basis von GSM-R und unterstützt ETCS Level 2 Datenverkehr.

„Wir haben uns für Kapsch CarrierCom entschieden, weil wir für unser Bahnnetz ein Höchstmaß an Sicherheit, Pünktlichkeit und Effizienz gewährleisten wollen. Kapsch ist der führende Anbieter von GSM-R-Core-Netzwerken für die wichtigsten Bahnnetze in Europa und hat sich als perfekter Partner für eine nahtlose Migration auf die Release 4 (R4)-Technologie erwiesen“, erklärt Vincent Caudron von Infrabel. „Der Gewinn dieses neuen Kunden in einem neuen Land beweist einmal mehr unsere Kompetenz bei End-to-End-Kommunikationslösungen für versorgungskritische Infrastrukturen“, so Kari Kapsch, CEO der Kapsch CarrierCom.

Migrationsprozess als Herausforderung
Die größte Herausforderung bei diesem Projekt ist die Optimierung des Migrationsprozesses, um mögliche Auswirkungen auf die Betriebskommunikation (Anm. Sprache und Daten für ETCS-Anforderungen) zu minimieren. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Anzahl und Dauer der Zeitfenster für Eingriffe begrenzt sind. „Kapsch wird daher Redundant-Voice-Core-Plattformen mit einer breiten Palette von Anwendungsdiensten wie etwa SMS oder Voice Recording sowohl für Live- als auch Testbed-Netzwerke implementieren. Diese Plattformen werden die Verfügbarkeit des Core-Netzwerks deutlich erhöhen“, betont Kari Kapsch.

Während der Ausfall eines Rechenzentrums heute eine Nichtverfügbarkeit von mehreren Stunden bedeutet, reduziert sich die Nichtverfügbarkeit mit dem neuen System auf wenige Sekunden. Darüber hinaus sollen Instandhaltungstätigkeiten wie etwa Software-Upgrades künftig ohne bzw. nur mit sehr geringen Auswirkungen auf die Dienste durchgeführt werden. „Die Migration der Packet-Core-Plattformen bringt die erforderlichen Funktionen und jene Ausfallsicherheit mit sich, die den Einsatz von ETCS Level 2 über GPRS erst ermöglichen“, so Kapsch abschließend.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 07.05.2019