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23. October 2018

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Proaktive Gestaltung der digitalen Transformation

Proaktive Gestaltung der digitalen Transformation© Bilderbox.com

Rund die Hälfte der österreichischen KMU wünscht sich digitale Unterstützung. Wirtschaftsministerium und Infrastrukturministerium starten neue Digitalisierungsagentur als zentrale Plattform zur Umsetzung standortpolitisch relevanter Digitalisierungsmaßnahmen. Bis 2020 gibt es 13 Millionen Euro Budget für die im Endausbau 20 Mitarbeiter umfassende Institution.

„Rund die Hälfte der Klein- und Mittelständischen Unternehmen wünscht sich Unterstützung zur Umsetzung der Digitalen Transformation“, erläutert Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaft. „Durch den Einsatz der Digitalisierungsagentur kommen wir diesem Wunsch nach und tragen damit gleichzeitig zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich bei. Das ist ein wichtiger Schritt, um unserem Ziel, wieder digitaler Vorreiter in Europa zu werden, näher zu kommen“, unterstreicht Schramböck. „Die DIA vernetzt die relevanten Stellen, berät die Bundesregierung und generiert so wichtige Anliegen und Ideen im umfassenden Bereich der Digitalisierung“, ergänzt Norbert Hofer, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie.

Priorität im Regierungsprogramm
Im Digital Economy and Society Index (DESI) der Europäischen Kommission 2018 ist Österreich auf dem 11. Platz, knapp vor Malta, Litauen und Deutschland. Auf den ersten Plätzen liegen Dänemark, Schweden und Finnland. „Unser Ziel muss die Spitze sein. Wir wollen den digitalen Wandel aktiv gestalten und wirtschaftlich nutzen“, betonen Schramböck und Hofer gemeinsam.
Mit der Digitalisierungsagentur (DIA) folge Österreich dem Beispiel führender Digitalisierungs-Nationen und schaffe wichtige Voraussetzungen, um als Standort attraktiv zu bleiben. Als zentrales Zukunftsthema und Querschnittsmaterie betrifft die digitale Transformation sämtliche Lebensbereiche, entsprechend hohe Priorität hat die Bundesregierung der Digitalisierung im Regierungsprogramm eingeräumt und u.a. die Einrichtung einer Digitalisierungsagentur vorgesehen.

Handlungsfelder und Aufgaben
Die neue Digitalisierungsagentur agiert in den fünf Handlungsfeldern Digitale Infrastruktur, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft, Forschung, Entwicklung und Innovation sowie Datenschutz und Datenwirtschaft. Sie soll eine Plattform zur Koordination und Abstimmung unterschiedlicher Akteure schaffen, die relevanten Stakeholder vernetzen und einen Dialog zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung zu den unterschiedlichen Facetten der Digitalisierung gestalten.
Weiters greift die DIA relevante Ideen und Anliegen auf und formuliert gemeinsam mit Stakeholdern dazu Umsetzungsprojekte. Ebenso agiert sie in enger Abstimmung mit der interministeriellen Task Force der neuen Chief Digital Officers (CDO), berät die Bundesregierung und ist nationaler wie internationaler Ansprechpartner in Digitalisierungsfragen. Die DIA selbst wickelt keine Förderprogramme ab, ist aber in die Vorbereitung neuer Programme und Initiativen eingebunden.
 
Organisation und erste Projektumsetzungen
Die Digitalisierungsagentur wird als Bereich in der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG eingerichtet. „Damit ist ein rascher Start der Arbeiten möglich, denn wir sind seit vielen Jahren ein starker und verlässlicher Partner der Wirtschaft bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen und Projekte, die zuletzt insbesondere im Digitalisierungsbereich stark zugenommen haben“, so Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, als FFG-Geschäftsführer.
Mit der DIA als Teil des weitverzweigten Netzwerkes der FFG sollen Synergien genutzt und eine kostengünstige Abwicklung gewährleistet werden. Die Digitalisierungsagentur wird zudem durch einen Beirat begleitet und strategisch unterstützt, wo hochrangige Wirtschaftsvertreter und ausgewiesene Experten vertreten sind. Die Digitalisierungsagentur startet im Sommer 2018 mit drei Pilotvorhaben, weitere werden im Laufe des Jahres folgen:
Die ersten Projekte sind „Im DIA-LOG“, hier organisiert die DIA regelmäßig themenspezifische Veranstaltungen, die sich mit aktuellen Digitalisierungsthemen auseinander setzen, etwa Digitalisierung im Tourismus. Mit den ebenso vorgesehenen „Digital Innovation Hubs (DIH)“ werden KMU bei Digitalisierungsprojekten durch ein Netzwerk regionaler Digitalzentren unterstützt. Die DIA wird in der Startphase und Promotion dieses neuen Kooperationsmodells mitwirken. Und schließlich lädt die DIA im Auftrag der Bundesregierung zu einer moderierten Plattform 5G und Breitband ein, um die Umsetzung der Infrastrukturvorhaben der Bundesregierung schneller voranzubringen.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 05.06.2018