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19. Januar 2021

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Siemens Österreich startet innovatives Campus-Netzwerk

Siemens Österreich startet innovatives Campus-Netzwerk© Siemens Österreich

Siemens nimmt in Wien Campus Microgrid in Betrieb. Integration von Elektromobilität und Photovoltaik in bestehendes Netz. Kommunikation läuft über A1 Campus Network.

(red/czaak) Der Showcase „Campus Microgrid“ von Siemens Österreich auf dem Firmenareal in Wien Floridsdorf ist in Betrieb. Microgrids sind intelligente „Bereichsnetze“, die es ermöglichen, die steigenden Herausforderungen bei der sicheren und zuverlässigen Bereitstellung elektrischer Energie zu meistern. Dazu kann der Energiehaushalt bei gleichzeitiger Reduktion des CO2-Footprints optimiert werden. Ein erhöhter lokaler Energiebedarf - etwa durch E-Mobilität – und dadurch verbundene Lastspitzen lassen sich mit solchen Mini-Netzen entsprechend bedarfsorientiert managen.

Verhalten und Nutzen von Microgrid Lösungen im Realbetrieb
„Microgrids verringern die Notwendigkeit den Netzanschluss auszubauen, reduzieren den Energiebezug und bieten außerdem eine verbesserte Versorgungssicherheit bei Blackouts. Sie können sowohl netzgebunden als auch netzunabhängig betrieben werden. Der aktuelle Showcase in Wien demonstriert das Verhalten und den Nutzen von Microgrid Lösungen im Realbetrieb – und lässt dank umfassender Datensammlung und -analyse an Lösungen der Zukunft forschen“, so Siemens in einer Aussendung.

Versorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien
„Diese Technologien und Anwendungen schaffen die einzigartige Möglichkeit ressourcenschonender und energieeffizienter für Versorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien zu sorgen und jede Menge CO2 einzusparen“, sagt Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.

Enorme ökologische und ökonomische Bedeutung
„Microgrids können mit oder ohne Verbindung zum öffentlichen Netz betrieben werden und für die verlässliche und zugleich saubere Bereitstellung, Übertragung und Nutzung von Energie einen erheblichen Beitrag leisten“, so Wolfgang Hesoun, CEO Siemens Österreich. „Unser Campus-Projekt bietet in Verbindung mit der Infrastruktur eines bestehenden Industriebetriebs viel Raum für innovative Forschung und konkrete neue Lösungen“, betont Hesoun.

50 Prozent der Menschen leben auf 2 Prozent der Flächen mit 75 Prozent der Energie
Welche Bedeutung Microgrids in Zukunft haben werden, zeigen folgende Zahlen: 50 Prozent der Menschen leben in Städten, die zwar nur 2 Prozent der Fläche des Planeten beanspruchen, aber 75 Prozent der Energie verbrauchen und für 80 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich sind.

Autarkes Energiemanagement
„Unser Ziel ist, Strom aus regenerativer Energie so weit wie möglich selbst zu produzieren und lokal zu konsumieren. Mögliche Überschüsse sollen künftig auch in das öffentliche Netz eingespeist werden. Neben der möglichst großen CO2-Reduktion wollen wir so auch „grüne Energie“ liefern und mittelfristig am Regelenergiemarkt teilnehmen“, unterstreicht Hesoun.

Intelligentes System zur Optimierung des Energie- und Wärmebezugsmanagements
Das Projekt verbindet Photovoltaik, Batteriespeicher, Microgrid-Controller, Laststeuerung und optimierte Ladelösungen für Elektromobilität. Gemeinsam bilden diese ein intelligentes System zur Optimierung des Energie- und Wärmebezugsmanagements des Unternehmensareals. Zusätzlich wird das Gebäudemanagementsystem eingebunden, sodass zum Beispiel bei Lastspitzen die Wärmebereitstellung im Hauptgebäude angepasst werden kann, um den Leistungsbezug des Objekts zu optimieren.

Einsparung von 100 Tonnen CO2 pro Jahr
Durch die eingebundenen, insgesamt 1.600 m2 umfassenden Photovoltaikanlagen können Angaben zufolge rund 100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Der Showcase zeigt auch, wie intelligente Komponenten zur Laststeuerung im Microgrid dazu beitragen können, Elektromobilität und Photovoltaikerzeugung in das bestehende Campusnetz zu integrieren, ohne einen zusätzlichen Netzausbaubedarf hervorzurufen.

Kommunikation über A1 Mobile Campus Network
Die Kommunikation zwischen den Microgrid Assets erfolgt über ein A1 Mobile Campus Network. Dabei wird ein privates Mobilfunknetz mit lizenzierten Frequenzbändern eingesetzt, was exklusive Ressourcen und störungsfreie Kommunikation bei höchster Verfügbarkeit ermöglicht. In Zusammenarbeit mit A1 und Nokia wird gezeigt, wie zukünftig Microgrids die Vorteile der kabellosen 5G-Technologien nutzen damit höchste Sicherheitsanforderungen und kurze Übertragungszeiten realisiert werden können.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 24.11.2020