Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

28. Mai 2022

Search form

Search form

Die Zukunftstreiber des österreichischen Mittelstandes

Die Zukunftstreiber des österreichischen Mittelstandes© Pexels.com/Roberto Nickson

EY publiziert eine neue Studie zur Rolle der Digitalisierung in und für KMU. 80 Prozent der Betriebe weisen digitalen Technologien eine große Bedeutung zu, 50 Prozent wollen hier investieren. Cloud Computing, Data Analytics und KI als Schwerpunkte.

(red/czaak) Viele Themen sind durch die Corona-Pandemie mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt und dazu gehört auch die digitale Transformation in Unternehmen, egal welche Größe oder Branche. War der digitale Ansatz vor ein paar Jahren noch ein Zukunftsthema, so stecken viele Unternehmen heute bereits mitten in der Umsetzung. Die Bedeutung digitaler Technologien für das Geschäftsmodell mittelständischer Unternehmen ist gegenüber dem Vorjahr erneut (leicht) gewachsen: 80 Prozent der Betriebe schreiben ihnen nun eine große Bedeutung zu (2020: 77 Prozent) und 29 Prozent bewerten die Rolle der Digitalisierung mittlerweile als sehr groß. 

Digitale Technologien als existentieller Überlebensfaktor
Rund jeder sechste Mittelständler (16 Prozent) will Cloud Computing einführen, zwölf Prozent möchten in den kommenden zwei Jahren Data Analytics nutzen und jeder zehnte Mittelständler plant den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Der primäre Fokus liegt auf dem Aufbau digitaler Kundenbeziehungen, dem Einsatz von mobilen Endgeräten und analytischen Werkzeugen, um die Bedürfnisse der Kunden besser zu verstehen oder die Angebote zu personalisieren. Und: Jeder zweite Betrieb plant Investitionen in neue digitale Konzepte.

Das sind die Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die Angaben zufolge 628 mittelständische Unternehmen (30 bis 2.000 MitarbeiterInnen) in Österreich befragt wurden. Besonders relevant ist das bedarfsorientiert flexibel nutzbare Cloud Computing mit IT-Infrastrukturen und Diensten, die nicht vor Ort auf lokalen Servern gespeichert sind. „Cloud und Digitalisierung sind oft noch abstrakte, etwaig negativ behaftete Begriffe. Gleichzeitig sind durch den Lockdown und die virtuelle Zusammenarbeit digitale Technologien geradezu zum Überlebensfaktor für die heimischen Unternehmen geworden”, so Christoph Mayer, Partner bei EY Österreich. 

Cloud-Computing als unverzichtbarer Bestandteil der Digitalisierung
Beim europäischen Digitalisierungsindex (DESI) belegt Österreich aktuell einen Platz in den Top 10. In der Kategorie „Integration Digitaler Technologien durch KMU“ erzielt die Republik primär wegen guter Leistungen bei den neuen Indikatoren (Informations- und Kommunikationstechnik, Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz sowie KMU mit zumindest grundlegendem Digitalisierungsgrad) den elften Platz, sechs Plätze besser gegenüber 2020. Bei der Nutzung von Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz hält Österreich aktuell mit 37 Prozent deutlichen Abstand zum EU-Schnitt (25).

„Gerade für KMU bietet die Digitalisierung großes Potenzial, das es vollends auszuschöpfen gilt, um auf digitale Augenhöhe mit den großen Unternehmen zu kommen“, so EY-Experte Mayer. Auch das Thema Cloud eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für Mittelständler, da hier nur die tatsächlich benötigten Leistungen (Anm. Bandbreiten, Applikationen, Services) bezahlt wird. EY hat beispielsweise als Unternehmen in den letzten Jahren massiv in die Cloud Transformation investiert und bezieht mittlerweile über 80 Prozent der IT-Leistungen aus der Cloud. 

Nachhaltigkeit und Sicherheit in der digitalen Arbeitswelt
Nicht nur in der gesamten Unternehmensstrategie, sondern auch bei Cloud-Innovationen spielt das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle und wird vom österreichischen Mittelstand hinterfragt. „Die Zukunft wird immer digitaler – auch Cloud-Lösungen werden nicht weniger, sondern mehr. Daher ist es kritisch, dass der CO2-Fußabdruck für Cloud Computing drastisch gesenkt wird“, sagt Mayer. An Relevanz gewonnen hat durch die zunehmende Digitalisierung und Homeoffice das Thema Sicherheit. Unternehmen sehen sich vermehrt mit Attacken konfrontiert.

Große Cloud-Anbieter wie Salesforce, Deutsche Telekom/T-Systems, K-business.com, AWS, Google oder Microsoft investieren Milliarden in geeignete Maßnahmen zum Schutz ihrer Rechenzentren und somit ihrer KundInnen. Auch KMU, Industrie und öffentliche Verwaltung riskieren ohne wirksame Sicherheitsmaßnahmen das Vertrauen ihrer KundInnen. EY etwa setzt darum auf Security by Design. „Anstatt Risiken gänzlich zu vermeiden, geht es hier darum, Vertrauen in Systeme, Designs und Daten zu schaffen, sodass Organisationen transformative Veränderungen anführen und mit Zuversicht innovativ sein können“, erläutert Christoph Mayer, Partner bei EY Österreich.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 05.04.2022