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19. Dezember 2018

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„Jeder hat seine speziellen Eigenheiten“

Video: 

(Video/Text) Die Wirecard CEE Manager Roland Toch und Axel Puwein im Gespräch über neue Wertschöpfungsketten im Online-Handel, über veränderte Anforderungen für IT-Dienstleister und über künftige Einsatzszenarien von Blockchain und Kryptowährungen.

Economy: Roland Toch, Managing Director Wirecard CEE, Axel Puwein, Business Development Wirecard CEE. Thema Bezahlung, Handel, was sind die Trends im heurigen Jahr in diesen Bereichen?
Axel Puwein: Wir erleben, dass das Thema Digitalisierung vor allem in alternativen Bereichen fortsetzt. Stichwort Alipay, WeChat-Pay, wo Leute zunehmend mit Ökosystemen bezahlen...

... ich glaube, das muss man erklären: Alipay, WeChat ist eingebunden in das Wirecard Zahlungs- und Dienstleistungsangebot...
... richtig. Damit heute ein Händler nicht jede Zahlungsschnittstelle selber implementieren muss, hat Wirecard eine technische Plattform geschaffen, wo solche alternativen Zahlungsmittel sowohl in der realen Geschäftswelt wie auch im Internet einsetzbar sind.
Damit sind dann auch neue Kundenschichten, wie eben aus dem asiatischen Raum für den Handel erschließbar und bieten kombinierten Mehrwert – für den Händler wie auch für seine Kunden.

Ein zunehmend wichtiger Bereich sind öffentliche Infrastruktur- und insbesondere Verkehrsinfrastrukturen. Thema Mobility und vor allem E-Mobility. Was gibt es da an Neuheiten?
Hier ist besonderes der offene Zugang für den Kunden wichtig. Open Payment ist hier das Thema.
Wo früher mit kundenbasierten Kartensystemen bezahlt wurde, geht jetzt der Trend hin zu offenen Payment-Schnittstellen.
Barrierefreies Zahlen ist die Devise, wo wir als Wirecard einerseits mit Digitalisierung und andererseits mit kontaktlosem Bezahlen neue Standards schaffen.
Für das breite Publikum soll 24/7, also rund um die Uhr zu jeder Tages- und Nachtzeit Zahlung und Zugang zu Mobilität möglich sein.

Welche erwähnenswerten Innovationen gibt’s in der Handelsbranche?
Roland Toch: Der Kollege Puwein hat das schon richtigerweise erörtert. Das Thema Open Payment, wo der Handel entsprechend den richtigen Zahlungsmittelmix den Konsumenten anbieten kann.
Dann das vom Handel immer wieder gebrachte Thema: sie möchten global agieren und nicht nur lokal. Einfach mehr Umsatz machen und das bieten wir entsprechend auch den Händlern an.
Wir arbeiten hier auch intensiv mit Partner zusammen, um deren Lösungen gemeinsam mit unserem Payment-Services zu verbinden und ein Gesamtbild abzudecken: ob es das klassische Vorortgeschäft ist, oder ob es E- und M-Commerce ist.
Aus unserer Sicht möchte der Konsument gerne über all diese Kanäle mit dem Händler in Kontakt treten und einkaufen.
Es ist ein Thema, den Kunden auf meine Homepage zu bringen um das Produkt auszuwählen und es ist ein zweites Thema, dass dann das Bezahlen einfach und sicher funktioniert.
An dem liegt uns sehr viel, da arbeiten wir intensiv daran und am liebsten ist es uns, wenn man das nicht merkt. Dann haben wir einen sehr guten Job gemacht und trotzdem die neuesten Technologien gut positioniert.

Früher war die Herausforderung sich am technologisch Machbaren zu orientieren, jetzt tritt immer mehr der Anwender und vor allem der Business-Nutzen in den Vordergrund. Wie geht eine Wirecard mit diesem veränderten Anforderungsprofil um?
Axel Puwein: Es wird immer wichtiger auf die einzelnen Geschäftszweige einzugehen. Genau aus diesem Grund konzentrieren wir uns innerhalb der Wirecard auf sogenannte Business Verticals.
Dabei gehen wir nicht nur lösungsorientiert bei der Bezahlung vor, sondern einzelne Händlersegmente wie Toursimus-, Dienstleistungs-, Mobiltäts-, Telekom- oder Digital-Branche sowie Konsumgüter - jeder hat seine speziellen Eigenheiten und Anforderungen auf die es entsprechend einzugehen gilt.
Und da schnüren und bieten wir spezielle Pakete für diverse Anwendungsfälle, sodass wir hier die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse optimal unterstützen können.
Das heißt, ich überleg mir heute welchen Markt und welche Kunden möchte ich ansprechen und unsere Spezialisten liefern dazu dann die richtige Lösung mit dem richtigen Zahlungsmittelmix.
Zielsetzung ist kombinierter Mehrwert für den Händler und seine Kunden.

Für mich neu ist das Thema IoT und Machine Learning. Neu, in Verbindung mit Wirecard, was hat es damit auf sich?
Roland Toch: Die Geräte und Systeme sind mittlerweile bei den Unternehmen und beim Kunden im Einsatz, wir werden das daher als Wirecard auch entsprechend intensivieren und weitere Lösungen anbieten.
Beispiel Händler, damit die ein Ticket kaufen können, das sie wiederum über Sprachsteuerung bestellen. Aber auch viele andere Dinge, Beispiel Lebensmittelbranche, wo wir intensiv an Projekten arbeiten.
Es gilt die Lebenswelten der Konsumenten abzudecken und das mit unseren Partnern und Händlern dann entsprechend darzustellen und lösungsorientiert umzusetzen.
Axel Puwein: Wenn wir das noch ein bisschen weiterspielen, erleben wir das auch in der Mobilität. Wir sehen, dass Besitz ein wenig zurückweicht, zugunsten von Zugang zu Mobilität.
Ein Konzept das zukünftige Generationen und die Jüngeren unter uns schon heute betrifft ist, dass etwa das Fahrzeug für seine Dienstleistungen selber bezahlt, Stichwort hier das vorher gehörte MachineToMachine-Payment (M2M).
Hier gibt es spezielle Eigenheiten, dass der Nutzer seine Kreditkarte in der Cloud für das Fahrzeug hinterlegen muss oder, dass eben das Fahrzeug für sich selber bezahlen wird müssen.
Wirecard forscht hier im Labor wie das etwa auch über Kryptowährungen oder Blockchaintechnologien passieren kann. Am Ende des Tages zahlen dann über M2M-Lösungen die Fahrzeuge untereinander und der Nutzer zahlt an den Betreiber.

Wirecard ist kürzlich in den Deutschen Aktien-Leitindex (DAX) aufgenommen worden und Markus Braun, CEO, hat das kommentiert mit: „Jetzt geht’s eigentlich erst richtig los.“
Eines der Stichworte war eben das Thema Blockchain. Was hat es damit auf sich?

Roland Toch: Wir arbeiten dran, um das mit den Händlern und Partnern entsprechend umzusetzen. Da gehören Geschäftsmodelle dazu und wir müssen dafür die Technologie so darstellen, dass sie auch wirklich einfach einsetzbar ist.
Axel Puwein: Blockchain ist tatsächlich die Technologie auf der Kryptowährung aufbaut, kann aber auch für andere Bereiche verwendet werden. Etwa Buchhaltung, wo wir aktuell mit „DieFaktura“ zusammenarbeiten oder im Bereich Loyality (Anm. Kundenbindung und –Services) oder weitere Bereiche wie Smart Contracts.
Kryptowährungen wiederum, da kennen wir heute bereits unterschiedliche Generationen wie etwa Bitcoin, Ethereum, Iota.
Für den Anwender muss man allerdings klar sagen, das sind ganz neue Themen und als Wirecard sind wir verpflichtet uns diesen auch entsprechend zu widmen.
Gleichzeitig müssen wir aber unterscheiden zwischen Themen, die heute schon einen Massenmarkt haben und zukünftigen Bereichen, die es zu erforschen gilt und die aber sicher Bestandteil unserer Volkswirtschaft und unseres Geldsystems sein werden.

Heißt das, dass ab sofort jede Branche und jedes Unternehmen, egal wie groß, potentielle Zielgruppe für Wirecard ist?
Roland Toch: Wir haben schon bis dato immer alle Branchen bedient und wir haben immer alle Unternehmenssegmente bedient.
Wir sind in jeder Branche klar mit Produkten und Services positioniert und unser Thema ist, das mit unseren Partnern entsprechend am Markt darstellen zu können.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 12.11.2018