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20. Februar 2018

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(Wien; Video/Text) Infrastrukturminister Leichtfried initiiert standortpolitisches Maßnahmenpaket mit Industriekapitän Kapsch, Arbeiterboss Kaske und TU-Wien Chefin Seidler mit Schwerpunkt Digitale Transformation und Industrie 4.0.

Das Bundesministerium für Verkehr, Infrastruktur und Technologie (BMVIT) hat ein Maßnahmenpaket für Industrie 4.0 geschnürt um den Umstieg der heimischen Wirtschaft auf die digitalisierte und automatisierte Produktion zu unterstützen. „Wir werden unseren Wirtschaftsstandort so herrichten, dass Unternehmen wie Arbeitnehmer von der Industrie 4.0 profitieren“, betont Infrastrukturminister Jörg Leichtfried bei der gemeinsamen Präsentation mit dem Präsidenten der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, mit Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske und mit TU-Wien-Rektorin Sabine Seidler in der neuen Pilotfabrik Industrie 4.0 in Wien Aspern.

Weitere 185 Millionen Euro an praxisrelevanter Forschungsförderung
Das neue Paket beinhaltet unter anderem jährliche Forschungsförderungen in der Höhe von 185 Millionen Euro, Pilotfabriken, Stiftungsprofessuren, die neue Initiative „Plattform Industrie 4.0“ und weitere Maßnahmen wie etwa begleitende Studien. Ebenfalls bekannt gab Minister Leichtfried den Ausschreibungsstart für zwei weitere Pilotfabriken wo Industrie und Wissenschaft gemeinsam neue Verfahren entwickeln und Produktionsprozesse in einem praxisnahen Umfeld erproben können. Das Infrastrukturministerium übernimmt dabei die Hälfte der Kosten, bis zu zwei Millionen Euro für drei Jahre.
An den zwei Standorten sollen neue Ansätze zu Verfahrenstechnik und Fließband-Produktion („Diskrete Produktion“) erforscht und dabei neue Methoden für den Einsatz innovativer Werkstoffe sowie zur Produktion kleiner Stückmengen gefunden werden. „Mit den Pilotfabriken haben auch Klein- und Mittelbetriebe die Chance, neue Technologien und Produktionsverfahren zu testen, ohne die Produktion im eigenen Betrieb dabei zu beeinträchtigen“, so Infrastrukturminister Leichtfried. In der Pilotfabrik Aspern zeigten etwa der IT-Dienstleister Atos, Automatisationsspezialist Bosch Rexroth und das Forschungszentrum Evolaris bereits im Einsatz befindliche Industrie 4.0 – Anwendungen.
 
Breitband als Motor für flächendeckende Kommunikations-Infrastruktur
Neben den weiteren 185 Millionen Euro jährlich, finanziert das Infrastrukturressort beispielsweise auch Stiftungsprofessuren, die in enger Kooperation mit der forschenden Industrie an neuen Werkstoffen und Produktionstechnologien arbeiten. Zusätzlicher Schwerpunkt sind aussagekräftige Studien um die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf Ausbildung und Arbeitsmarkt in Österreich zu untersuchen und Investitionen in Grundlagenforschung für den digitalisierten Wirtschaftsstandort.
Neben der bereits laufenden Breitbandmilliarde zum flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet bis 2020 ist auch die Umsetzung der nächsten Generation an Übertragungstechnologien gestartet. Bis Ende des kommenden Jahres will Infrastrukturminister Leichtfried die sogenannte 5G-Strategie für die Telekom-Infrastruktur vorlegen, ein standortpolitisch wesentlicher Faktor um Österreich auch mit neuen Standards im Bereich Mobilfunk sowie mobiler Information und Kommunikation zu rüsten.
 
Auswirkungen auf Ausbildung, Wirtschaft und Arbeitswelt
Um die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt zu erforschen und Handlungsvorschläge zu erarbeiten, hat das Infrastrukturministerium gemeinsam mit der Arbeiterkammer (AK) und der Industriellenvereinigung (IV) die „Plattform Industrie 4.0“ ins Leben gerufen wo auch zahlreiche Unternehmen, Universitäten und Interessensverbände beteiligt sind. Die Arbeiterkammer (AK) stellt dabei die Themen Arbeitsorganisationen und Arbeitsbedingungen in den Vordergrund. „Uns ist wichtig, dass die soziale Absicherung auf hohem Niveau erhalten bleibt und das auch in neuen Arbeitsformen im digitalen Umfeld“, betont AK-Präsident Rudi Kaske.
„Wir müssen die Überzeugung verankern, dass wir die Herausforderungen von heute nur mit Technologie lösen können. Um die Digitalisierung bestmöglich zu gestalten, ist dringend bereits im vorschulischen Bereich anzusetzen“, spricht IV-Präsident Georg Kapsch nötige Ansätze auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung an. „Die TU-Pilotfabrik ist ein zentraler Baustein im strategischen Schwerpunkt Industrie 4.0. Hier passieren Grundlagenforschung, anwendungsorientierte praxisrelevante Forschung in Kooperation mit der Wirtschaft, forschungsgeleitete Lehre und Weiterbildung. Diese Bereiche greifen wie Zahnräder ineinander“, so TU-Wien-Rektorin Sabine Seidler zu den zentralen Aufgaben der neuen Pilotfabrik für Wissenschaft und Industrie in Wien Aspern.
 

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 22.11.2016