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14. Dezember 2019

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Neue Richtlinien für neue Wege in der Kundenbetreuung

Neue Richtlinien für neue Wege in der Kundenbetreuung© Bilderbox.com

Mehrwert. Finanzdienstleister nutzen digitale Services nun auch für personalisierte Kundendienste.

(Christian Czaak) Banken und Versicherungen können durch eine veränderte Gesetzgebung ihre Kunden nun auch über Online-Services gewinnen oder beraten. Notwendig dafür ist sichere Authentifizierung der Nutzer. Kapsch BusinessCom hat gemeinsam mit Europ Assistance, einem Dienstleister für die Finanzbranche, ein sogenanntes Video-Ident-Service als modular aufgebaute Anwendung entwickelt.

Beratung per Video-Chat
Kunden können sich hier über Smartphone oder PC registrieren und erhalten sodann eine SMS mit Link zu einem Live-Video-Chat, wo geschulte Betreuer die Identifizierung übernehmen. Dies kann über unterschiedliche Verfahren oder Vorgaben passieren, etwa über Screens amtlicher Legitimationen bis hin zur elektronischen Signatur. Beim Live-Video-Chats selbst können dann auch weitere erforderliche Dokumente eingebunden werden.

„Als modular aufgebautes System können auch komplexere Beratungen und Antragsstrecken umgesetzt werden und entweder als Service auf den Kapsch-Systemen betrieben werden oder es passiert die Integration in bestehende IT-Systeme“, erläutert Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands bei Kapsch BusinessCom. Möglich ist auch die Anbindung von Drittdiensten wie etwa Informationsservices oder Bonitätsprüfungen des Kreditschutzverbandes von 1870.

Digitale Kreditprozesse
Die Öffnung der Kundendienste für Drittanbieter ist auch das zentrale Element der neuen EU-Richtlinie PSD2. Wie hier bereits berichtet, müssen Banken und Versicherungen den Zugang zu ihren Kunden nun auch Dritten ermöglichen und dafür seit Mitte März zumindest eine Testumgebung betreiben.

Das auf derartige Banking-Plattformen spezialisierte deutsche Fintech NDGIT erweitert nun die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fintech Contovista speziell für die Digitalisierung von Kreditprozessen. Über die NDGIT-Plattform wird dabei eine Contovista-Entwicklung genutzt, die Kontodaten von Kreditantragstellern mittels intelligenter Algorithmen (Machine-Learning) aufbereitet und so etwa die bis dato zeitaufwändige Selbstauskunft des Kunden verkürzt und automatisiert.
Für die Bank reduzieren sich Risiken und Betrugsgefahr bei den Kreditengagements.

„Dass in der Veredelung und Analyse von Daten auch für das Kreditgeschäft großes Potential besteht, zeigt das Beispiel einer Retailbank, wo die Abschlussquote einer Privatkreditkampagne durch die Contovista-Technologie um über 60 Prozent gegenüber herkömmlichen Vertriebsmethoden gesteigert werden konnte“, so Oliver Dlugosch, CEO von NDGIT-Next Digital Banking. Der Contovista-Dienst ist ab sofort Teil der Open-Banking-Plattform von NDGIT, die etwa in Österreich von der Bawag-Gruppe genutzt wird.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 22.10.2019