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08. August 2020

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Positive Erwartungen bei Export und Beschäftigung

Positive Erwartungen bei Export und Beschäftigung© Pexels.com/Tom Fisk

Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich nach dem corona-bedingt schwierigen ersten Quartal deutlich erholt. Die Aussichten der Industrie bei Export und Beschäftigung sind im Mai teilweise deutlich gestiegen, so aktuelle Daten des deutschen ifo-Instituts.

(red/cc) Laut der aktuellen ifo-Erhebung sind die Exporterwartungen der Industrie im Mai von rund minus 50 auf minus 27 Punkte gestiegen. Dieser starke Anstieg ist bisher einmalig. Von einem flächendeckenden Optimismus sind die Unternehmen jedoch noch entfernt. „Die deutsche Exportwirtschaft sieht immerhin einen Silberstreif am Horizont“, so das ifo-Institut in einer Aussendung.

In nahezu allen Branchen wird zwar weiter mit einem Rückgang der Exporte gerechnet. Jedoch fällt dieser weniger stark aus als noch im Vormonat erwartet. Die Exporterwartungen sind in allen Schlüsselbranchen gestiegen, am klarsten in der Autobranche. Auch in der Elektrobranche ist der Pessimismus deutlich zurückgegangen. Skepsis besteht noch im Maschinenbau trotz punktueller Verbesserungen und gleiches gilt auch für die Metallbranche.

Thema Beschäftigung
Beim Thema Beschäftigung gehen die deutschen Unternehmen weiter von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus. Das ifo-Beschäftigungsbarometer ist allerdings im Mai auf über 88 Punkte gestiegen, von etwas über 86 Punkten im April. Trotz dieses Anstiegs soll die Zahl der Entlassungen die der Einstellungen übersteigen und die Arbeitslosigkeit in Deutschland entsprechend zunehmen.
Nachdem das Barometer in allen vier untersuchten Sektoren im April stark gefallen war, konnte es sich nun in drei Sektoren wieder etwas erholen. Nur in der Industrie haben erneut mehr Unternehmen von tendenziell sinkenden Mitarbeiterzahlen berichtet. Am deutlichsten fiel der Anstieg des Barometers im Dienstleistungssektor aus, direkt gefolgt vom Handel.

In den meisten Branchen gibt es aber weiterhin eher Entlassungen. Im Einzelhandel scheint es vor allem die Händler mit Kleidung und Mode zu treffen. Lichtblicke sind im Moment die Wirtschafts- und Steuerberater sowie die Wirtschaftsprüfer. Diese Bereiche wollen wieder mehr Personal einstellen. Gleiches gilt für den Nahrungsmittel-Einzelhandel sowie die Fahrradhändler.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 11.06.2020