Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

21. October 2021

Search form

Search form

Steuerliche Anreize steigern Innovationstätigkeit

Steuerliche Anreize steigern Innovationstätigkeit© Pexels.com/Fabian Wiktor

Forschungsförderung über das Steuersystem erhöhen Innovationsprojekte, so eine ifo-Studie zu Europa, Nordamerika und China. In Österreich hat sich die Agenda Austria den aktuellen Stand der Corona-Hilfen angeschaut.

(red/mich/cc) Forschungsförderung über das Steuersystem wirkt sich positiv auf die Investitionen in Innovationsprojekte aus. Das ist das Ergebnis einer Metastudie des deutschen ifo Instituts für Europa, Japan, Kanada, China, Australien und die USA. „Deutschland betreibt diese Art der Förderung seit 2020. Sie verursacht weniger Bürokratie und unterstützt so primär kleine und mittlere Unternehmen“, erläutert Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Keine aufwändigen Anträge
Die Studie zeigt deutliche Erfolge in Ländern, die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FE) über das Steuersystem vergünstigten, etwa Steuergutschriften oder spezielle Abschreibungen für Sach- oder Personalkosten. „KMU müssen bei Förderungen über das Steuersystem keine aufwändigen Anträge stellen und teure Beratung einkaufen. Deshalb ist es bei der neuen steuerlichen FE-Förderung wichtig, von Anfang an den Prozess zum Erhalt der Steuergutschrift so einfach wie möglich zu halten“, empfiehlt Falck.

Der Bericht unterstreicht auch die Bedeutung der allgemeinen Besteuerung für privatwirtschaftliche Aktivitäten in Forschung und Entwicklung. „Die Erkenntnis, dass niedrigere Unternehmenssteuern tendenziell zu mehr privatwirtschaftlichen Innovationsaktivitäten führen, ist insbesondere für Deutschland als Hochsteuerland im internationalen Vergleich von Bedeutung und sollte in zukünftigen Steuerdebatten berücksichtigt werden“, unterstreicht Falck. Diese Erkenntnis gilt sicher auch für Österreich.

Über 11,5 Milliarden ausbezahlte Corona-Hilfen in Österreich
In Österreich wurden heuer von der Bundesregierung mit Stichtag 15. August 2021 mehr als 11,5 Milliarden Euro an Corona-Hilfen ausgezahlt, so eine exakte Erhebung der Agenda Austria. Allein auf die fünf größten Posten Kurzarbeit, Ausfallsbonus, Härtefallfonds, Umsatzersatz und Fixkostenzuschuss entfielen 8,8 Milliarden Euro. Bei Kurzarbeit und Ausfallsbonus wurde schon jetzt deutlich mehr ausgezahlt als eigentlich für das ganze Jahr 2021 vorgesehen war.

Beim Fixkostenzuschuss hingegen liegen die Auszahlungen noch weit unter Plan, wie die Auswertung der Experten von Agenda Austria zeigt. Runtergebrochen auf die einzelnen Posten ergeben sich für die Kurzarbeit 3,4 Mrd. an Auszahlungen gegenüber ursprünglich geplanten 1,5 Mrd. Beim Ausfallbonus waren 1,0 Mrd. geplant und 3,0 Mrd. wurden ausbezahlt. Beim Härtefall liegen die Auszahlungen mit 1,2 Mrd. vergleichsweise nur geringfügig über den geplanten 1,1 Mrd. Euro.

Stark reduziert gegenüber den geplanten Ausgaben liegen die ausbezahlten Beträge beim Umsatzersatz mit 0,6 Mrd. versus geplanten 1,8 Mrd. sowie insbesondere beim Fixkostenzuschuss mit 0,6 Mrd. an Auszahlungen gegenüber 4,0 Mrd. Plan. Basis für die Berechnungen der Agenda Austria sind Zahlen des BM für Finanzen. „Der Härtefallfond beinhaltet hier die Ausgaben der Wirtschaftskammer Österreich sowie Hilfen wie Härtefond, Ausfallbonus, Umsatzersatz der AMA“, so die Agenda Austria.

Links

red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 11.10.2021