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25. Mai 2020

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„Wir sind zu 95 Prozent fertig.“

Video: 

Peter Lenz, Managing Director T-Systems Österreich & Schweiz im zweiten Teil des Gesprächs mit economy über die Armee der Guten, laufende Uhren und Kriterien für Erfolgsmessungen im IT-Business.

Economy: Peter Lenz, designiert Managing Director T-Systems Österreich und nun eben auch für die Schweiz. Jahresgespräch 2020: Welche IT-Themen sind aktuell relevant?

Lenz: Wir sehen eine Vielzahl relevanter IT-Themen auch für das Jahr 2020. Das ist zum einen die Cyber-Security, dann Digitalisierungsthemen, wo man sehr spitz in den Markt gehen muss.
Wir sehen das Thema Connectivity (Anm. Verfügbarkeit, Bandbreiten), die Software-definierten WANs, die nun in den Ausroll- bzw. Anwendungsbereich kommen.
Und natürlich nach wie vor alle Szenarien, die mit Cloud-IT, Infrastruktur zusammenhängen, hybride Cloud, Software-as-a-Service. Das sind so die Themen, auch für 2020 gültig.

Economy: Das Thema Digitalisierung ist eigentlich eine Querschnitts-Thematik, auch im Kontext Business und das bedeutet ja eigentlich auch ein neues Anforderungsprofil für Sie als IT-Anbieter, sich mit neuen Geschäftsfeldern, neuen Wertschöpfungsketten auseinander zu setzen…

Lenz: … absolut. Die Digitalisierung, die IT ist bei den CEOs angekommen und nicht mehr nur in den IT-Abteilungen. Und daher müssen wir auch in den Kundengesprächen, und dazu dient auch dieses neue Customer-Experience-Center, die Business-Bedürfnisse, die CEO-Bedarfe, sozusagen abholen und dann in den IT-Abteilungen in smarte IT-Lösungen übersetzen.

Economy: Ich würde gerne das Stichwort Plattformen aufgreifen…

Lenz: … wir kommen dann ins Spiel, wenn es um die technologischen Plattformen geht. Gemeinsam mit unserem großen Partner-Ecosystem, wie eine Microsoft als großer Plattform-Anbieter, aber auch eine Google und wir arbeiten auch mit SAP zusammen.
Wir arbeiten hier mit vielen namhaften Partnern zusammen, die auch Plattformen anbieten und für uns ist dieser Sharing-Economy-Gedanke etwas, auch mit unserer Konkurrenz, was wir in Zukunft viel stärker sehen werden.

Economy: Cloud. Cloud-Orchestration. Das heißt sehr viele verschiedene Cloud-Umgebungen zu managen. Welche Trends sind hier erwähnenswert?

Lenz: Es geht genau darum, die Cloud-Lösung für den Kunden zu finden, die am besten passt. Er hat vielleicht eine Anwendung und möchte weiter on-premise arbeiten. Er hat hybride Szenarien, Testsysteme, die er gerne in eine Public-Cloud stellt.
Und hier braucht der Kunde wiederum einen Bergführer im Cloud-Gebirge sozusagen, der ihm hilft, die richtige Cloud-Plattform in der richtigen Zusammenstellung und Orchestrierung funktionell umzusetzen.

Economy: Ganz wichtiger Bereich, kürzlich auch wiederum durch den Hacker-Angriff auf das Außenministerium, Security.

Lenz: Da haben wir uns sehr stark aufgestellt in Österreich. Jetzt gemeinsam auch mit der Schweiz haben wir 120 ExpertInnen im Cyber-Security-Umfeld, im direkten Mitarbeiterstab und das gepaart nochmal mit 1.500 Experten bei der Deutschen Telekom, bei der Magenta-Security.
Da muss man wirklich sagen, wir haben hier eine Armee der Guten geschaffen.

Economy: Thema SAP, SAP-HANA, eine Echtzeitapplikation. Viele Firmen planen, bzw. möchten umstellen. Wie ist hier die allgemeine Situation?

Lenz: Wir haben als Branche noch fünf bis sieben Jahre Zeit, je nachdem, wie man hier die Ankündigung von SAP wertet, diese Transformationen durchzuführen.
Wir haben einen extremen SAP-Fachkräftemangel in Österreich aber auch in der Schweiz, der natürlich gemanaged werden muss.
Der War of Talents wird gerade im SAP-Umfeld noch viel stärker werden und ich kann nur jedem Unternehmen und jeder Organisation empfehlen rechtzeitig zu beginnen.
Das heißt jetzt, die Uhr läuft.

Economy: Welche generell gültigen Messkriterien gibt es den Erfolg eines IT-Projekts zu messen?“

Lenz: Mein Lieblings-IT-Witz ist: wir sind zu 95 Prozent fertig. Das zeigt so ein bisschen als Brancheninsider-Schmäh, dass IT-Projekte die Tendenz haben das nicht zu tun.
Ich glaube, hier gilt es einfach auch dem Kunden die Sicherheit zu geben, dass man es schafft und den Nutzen, den man zu einem gewissen Budget versprochen hat, im Zeitrahmen umsetzen kann.
Das sind klassische Projekterfordernisse und die sind nach wie vor gültig.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 17.02.2020