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04. März 2021

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Zusatzkosten für KMU im fünfstelligen Bereich

Zusatzkosten für KMU im fünfstelligen Bereich© Pexels.com/Any Lane

Massive NoVA-Erhöhung für leichte Nutzfahrzeuge trifft vor allem Kleinunternehmer. Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften sieht erhebliche wirtschaftliche und umweltspezifische Nachteile bei Anschaffung von Transportern.

(red/czaak) Aktuell werden in Österreich mehr als 50 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge geleast. Die heimische Leasingbranche nimmt entsprechend seit vielen Jahren bei derartigen Investitionen eine maßgebliche Rolle ein. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei das Thema Flottenmanagement mit möglichst energieeffizienten und schadstoffarmen Fahrzeugen auf den Straßen.

Transporter wie Pritschenfahrzeuge benötigen primär Klein- und Mittelbetriebe
Die drastische Erhöhung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) betrifft nun zum ersten Mal auch Fahrzeuge der Klasse N1 mit einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen. Derartige leichte Nutzfahrzeuge wie etwa Pritschenfahrzeuge oder Transporter werden jedoch vorwiegend von heimischen Klein- und Mittelbetrieben benötigt und damit entstehen vor allem für diese KMUs massive finanzielle Belastungen.

Die Zusatzkosten können bei leichten Nutzfahrzeugen bis in den fünfstelligen Bereich reichen. Eine logische Folge wäre nun laut Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften (VÖL), dass „ein Großteil der heimischen Unternehmen auf eine (umweltfreundlichere) Neuanschaffung von Klein-Lastern verzichtet und mangels elektrifizierter Alternativen stattdessen wohl Fahrzeuge mit einer älteren Abgasnorm weiterverwendet.“

Steuerliche Impulse für Österreichs Leasing-Branche
Der Verband fordert daher eine Öko-Steuerreform, die auch steuerliche Impulse für Österreichs Leasing-Branche beinhalten, um eine möglichst starke Konjunkturbelebung zu erreichen. „Eine umfassende Vorsteuerabsetzbarkeit von Leasing-Raten für Unternehmen bei der gewerblichen Nutzung von KFZ wäre daher ein wirkungsvoller Faktor zur Ankurbelung der Wirtschaft“, so der Verband in einer Aussendung.

Der 1983 gegründete VÖL ist die Vertretung der Leasingunternehmen in Österreich. Mit in Summe knapp 90 Mitgliedern verantwortet der Verband rund 95 Prozent des gesamten Leasing-Neugeschäfts in Österreich (Anm. Zahl betrifft das Jahr 2019). Angaben zufolge gibt es in Österreich aktuell mehr als 770.000 laufende Leasingverträge über eine Gesamtsumme von rund 26 Mrd. Euro.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 18.12.2020