Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

04. Dezember 2021

Search form

Search form

Die Heimat für radikale Neudenker

Die Heimat für radikale Neudenker© Pexels.com/Sebastian Voortman

Produkte und Dienstleistungen für die nachhaltige Verbesserung des Lebens. Deutsche Innovationsagentur Sprind als Brückenbauer zwischen Forschung und Wirtschaft. Neue Programmlinien zu antiviralen Mittel und CO2-Themen.

(red/czaak) Es braucht nachhaltige Innovationen, um CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen und ökonomisch betrachtet sollten diese auch skalierbar und entsprechend wirtschaftlich sein. Sprind, die deutsche Agentur für sogenannte Sprung-Innovationen, finanziert über eigene Themen-Challenges neue Projektentwicklungen, darunter die aktuelle Challenge "Carbon-To-Value", wo es um den langanhaltenden Entzug großer Mengen CO2 aus der Atmosphäre geht und deren Bindung in Produkten. 

„Für die Mittelvergabe bei den Sprind-Challenges haben wir ein neues und vergleichsweise schnelleres Verfahren der Innovationsförderung etabliert: die vorkommerzielle Auftragsvergabe. Auch kleinere Teams und Start-Ups können sich hier ohne spezielles Förder-Know-how beteiligen“, erläutert Jano Costard, Chief Challenge Officer von Sprind. „Zwischen Ende der Bewerbungsfrist und der Auszahlung der ersten Mittel liegen weniger als zwei Monate. So kann die Arbeit an den Sprunginnovationen schnellstmöglich beginnen“, unterstreicht Costard.

Podcasts mit Nobelpreisträgern
Auf der letzten Konferenz (Anm. „Falling Walls in Berlin/D) wurden die Teilnehmer der Sprind-Challenge „Ein Quantensprung für neue antivirale Mittel“ bekannt gegeben. Von insgesamt 45 Bewerbungen aus Deutschland und Europa wählte die Jury neun Teams aus (siehe Link). Diese erhalten im ersten Jahr des drei Jahre dauernden Wettbewerbs jeweils bis zu 700.000 Euro für die Entwicklung von neuen Wirkstoffkandidaten gegen virale Erkrankungen. Aktuell startet nun die zweite Challenge "Carbon-To-Value".

Das Thema Sprunginnovationen erläutern bei Sprind regelmässig auch Experten zu unterschiedlichen Bereichen in eigenen Podcasts. Zuletzt sprach Benjamin List, Nobelpreisträger für Chemie. In aktuellen Folgen Anne Lamp, Chemikerin und Gründerin von traceless materials, die sich der Herstellung von Bioplastik aus kompostierbaren Reststoffen der Agrarindustrie widmet. Diese abbaubaren Kunststoffe sind zu 100 Prozent biobasiert und konkurrieren zudem nicht mit der Lebensmittelproduktion.

Passgenaue Wetterdaten
Weiters erklärt Georg Korn, Co-Gründer von Marvel Fusion, wie Kernfusion funktioniert, und ab wann deren Energie für uns nutzbar sein könnte. Der Physiker und Entrepreneur Max Gulde erläutert, wie er es mit seinem New-Space-StartUp „ConstellR“ jedem Bauern ermöglichen will, passgenau Wetterdaten für seine Felder abzurufen – um so die Landwirtschaft klimafester zu machen.

Abgerundet werden die aktuellen Themenbereiche mit techno-geopolitischen Schwerpunkten, darunter der Fokus, warum die Entwicklung von Halbleitern so komplex ist und warum Europa eine technologisch führende Chipfabrik braucht - diese aber allein noch nicht reicht. Sprind-Boss Rafael Laguna de la Vera und Erich Clementi behandeln dieses Thema.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 22.11.2021