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21. Juli 2018

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Das Image und die Lage zählen

Das Image und die Lage zählen©Junge Wirtschaft_ElmasLibohova

Bei Jungunternehmern punktet der Standort Wien durch Image und Lage, so eine aktuelle Umfrage der Jungen Wirtschaft Wien. Die Rahmenbedingungen haben sich verbessert, gleichzeitig ist über ein Viertel der jungen Unternehmenslenker unsicher, ob sie in Wien bleiben werden.

Eine Umfrage unter den Mitgliedern der Jungen Wirtschaft Wien, zeigt grundsätzlich positive Entwicklungen bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf. Von einigen wird der Standort allerdings infrage gestellt und da trüben altbekannte Hürden wie Bürokratie und Lohnnebenkosten, aber auch neue Herausforderungen wie der Fachkräftemangel, das Gesamtbild.
 
Spürbare Verbesserung in den letzten Jahren
Im Zuge der sogenannten „Wiener Mauerfall“-Aktion befragte die Junge Wirtschaft Wien (JWW) 140 Wiener Jungunternehmer zum Standort Wien und rund zwei Drittel (68 Prozent) stufen die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als gut ein, knapp 22 Prozent urteilen mit „eher schlecht“. Über 70 Prozent meinen, dass sich die Situation in den letzten Jahren spürbar verbessert hat. „Dieses positive Stimmungsbild zeigt, dass Wien als Standort auf dem richtigen Weg ist“, sagt Jürgen Tarbauer, JWW-Vorsitzender.
 
Junge Unternehmen als Jobmotor
Im internationalen Vergleich sieht knapp die Hälfte (47 Prozent) Wien im guten Mittelfeld, über 20 Prozent stellen der Bundeshauptstadt sogar ein gutes bis sehr gutes Zeugnis aus. Als die größten Stärken werden das sehr gute internationale Image der Stadt (56 Prozent) sowie die günstige geografische Lage (54 Prozent) genannt. „Wien steht für hohe Qualität und ausgezeichnetes Know-how, das international geschätzt wird.
Von diesem Image können viele heimische Unternehmen profitieren. Zudem hat sich hierzulande eine pulsierende Gründerszene entwickelt“, unterstreicht Tarbauer. Dies zeige sich auch in den Zukunftsplänen der Jungunternehmer. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) plant, in nächster Zeit neue Mitarbeiter aufzunehmen, mehr als ein Drittel (35 Prozent) hat vor, größere Investitionen zu tätigen. Man sehe einmal mehr, welchen hohen Wert junge Unternehmen für die Gesellschaft haben, so der Vorsitzende.

Alte und neue Herausforderungen
Trotz der positiven Stimmung sind auch einige Handlungsfelder zu erkennen. So sind über 25 Prozent unschlüssig darüber, ob sie mit ihrem Unternehmen in Wien bleiben werden. „Auch wenn eine Abwanderung nur in Erwägung gezogen wird und noch lange nicht geplant ist, ist diese Zahl doch besorgniserregend“, so Tarbauer. Die Gründe sieht er primär in den altbekannten Hürden wie hohe Steuern, mühsame Bürokratie und als neue Herausforderung nun auch der Fachkräftemangel. „Die Lage in Wien ist noch etwas entspannter wie beispielsweise in den westlicheren Bundesländern. Doch auch hier dürfen wir dieses Problem nicht unterschätzen“, unterstreicht Tarbauer.
 
Politische Entscheidungsträger gefordert
Die Umfrage zeigt in Summe ein positives Stimmungsbild auf. Sie offenbart jedoch auch einigen Handlungsbedarf. „Viele Studien bestätigen, dass Wien das Potenzial hätte, zu den besten Standorten der Welt zu gehören. Dieses Potenzial wird jedoch nicht genutzt, weshalb wir im internationalen Ranking oft nur durchschnittlich abschneiden“, so der Vorsitzende. Daher muss jetzt gehandelt werden.
Um darauf aufmerksam zu machen, hat die Junge Wirtschaft Wien zusammen mit der Wirtschaftskammer Wien erst kürzlich mit dem „Wiener Mauerfall“ eine große Aktion gestartet und 1.000 Holzpaletten als Symbol der vielen Hürden einstürzen lassen. „Image und Lage sind top. Jetzt muss die Politik nachziehen und die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, resümiert Jürgen Tarbauer.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 22.06.2018