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12. November 2018

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„Die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt.“

„Die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt.“©Wirecard CEE

Anlässlich des DAX-Eintritts der Wirecard AG sprach economy mit Roland Toch, Managing Director von Wirecard CEE über Strategien für digitale Wertschöpfungsketten im Handel und über intelligente E-Mobilitätslösungen, die etwa bei den kommenden „Krone-E-Mobility-Days“ bereits live zu sehen sind.

Economy: Was sind aktuelle IT-Trends im Handel?
Roland Toch: Die Kommunikation zwischen Händler und Konsument wird zunehmend automatisiert, Schlagwort Chatbots und Voice-Commerce. Auch die Verschränkung von stationärem Fillialgeschäft und Onlineshopping schreitet weiter voran. Etwa Click & Collect, also online kaufen und vor Ort abholen oder umgekehrt Showrooms zur direkten Ansicht um dann online zu bestellen.

Welche Erfolgsfaktoren zählen bei der digitalen Transformation?
Mut für nötige Änderungen und mit kleinen, überlegten Schritten starten. Alles auf einmal mit vielen Baustellen beeinträchtigt letztlich das Kauferlebnis und damit den eigenen Umsatz. Wichtig ist Kunden proaktiv dort abzuholen, wo sie sich bevorzugt aufhalten ..

... was ein Marketingthema ist.
Richtig. Händler müssen zunehmend Kaufimpulse liefern. Das Angebot ist derart vielfältig und der Einkauf immer und überall möglich, auch über mobile Geräte. Der nächste Kaufabschluss oder Konkurrent ist quasi immer nur einen Klick entfernt.

Umfragen belegen den Kundenwunsch nach schnellen, einfachen Services und Zahlarten. Was bedeutet das für die Sicherheit?
Das ist ein zunehmendes Spannungsfeld. Konsumenten wollen primär schnell bestellen ohne laufend diverse Daten bekannt zu geben. Andererseits werden sie vorsichtiger, wem sie ihre Daten oder auch Vorlieben anvertrauen.

Wie schaut das konkret beim Thema Bezahlen aus?
Hier ist Datensicherheit schon länger über Zertifizierungen geregelt. Nicht jeder darf sensible Daten, etwa Kreditkarteninformationen, verarbeiten. Dafür gibt es Profis wie uns, auch für Lösungen, wo Konsumenten Folgekäufe schnell und sicher abwickeln können ohne erneute Dateneingaben.

Stichwort DSGVO. Wie geht Wirecard CEE mit dem Thema um und welche Empfehlungen gibt es für Online-Händler?
Onlinehändler müssen nun transparent machen, zu welchem Zweck welche Daten von wem verarbeitet werden und Auskunft über deren Sicherheit geben können. Wir unterstützen Händler proaktiv bei der Umsetzung der DSGVO. Die sichere Datenverarbeitung war schon immer ein essentieller Bestandteil unserer Services. Die neue Verordnung ist ein weiterer Grund, warum Händler sich auf professionelle Zahlungsanbieter verlassen sollten.

Online-Shops fragen sich oft, was mache ich selbst und wo hole ich externe Expertise. Gibt es dafür objektive Entscheidungsparameter?
Bezahlungsservices werden fast immer ausgelagert. Allein für die hohen Anforderungen an Datensicherheit sind überaus zeit- und kostenaufwändige Zertifizierungen nötig. Online-Händler sollen sich auf das Verkaufen als Kerngeschäft konzentrieren und etwa das Bezahlen an Spezialisten wie Wirecard auslagern.

Beim Auslagern gehört immer öfter auch die unmittelbare Teilhabe an Innovation dazu.
Wir haben in 19 Jahren internationales Know-how aufgebaut, verfolgen weltweit Entwicklungen und setzen das in entsprechende Lösungen für unsere Kunden um. Etwa Alipay und Wechat: Händler können damit ihre Produkte leichter an die steigende Zahl asiatischer Touristen verkaufen und das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Welche Trends sehen Sie für die Zukunft?
Digitalisierung betrifft auch öffentliche Bereiche wie intelligente Verkehrslösungen. Ticketing, E-Mobilität oder Parkraumlösungen sind ohne digitale Bezahlformen nicht umsetzbar. Wir zeigen etwa bei den kommenden „Krone-E-Mobility-Days“ am Red Bull Ring in Spielberg (Anm. 29. und 30.09.18) gemeinsam mit dem Technologieanbieter Wirelane wie moderne E-Infrastrukturen mit einfachen und trotzdem sicheren Abrechnungsfunktionen angewendet werden.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 17.09.2018