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23. Mai 2024

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Verständnis und übergreifende Expertise in Gesundheitsberufen

Verständnis und übergreifende Expertise in Gesundheitsberufen© pexels/matthias zomer

Der Druck auf Gesundheitssysteme nimmt kontinuierlich zu. Internationales Forschungsprojekt von FH St. Pölten für bessere Ausbildung im Bereich der Patientenversorgung mit einem fächerübergreifenden Fokus.

(red/cc) Der Druck auf das europäische Gesundheitssystem nimmt erheblich zu: Es gibt immer mehr ältere Menschen und Patient:innen mit chronischen Krankheiten, die Rehabilitation und Pflege benötigen. Gleichzeitig mangelt es an Arbeitskräften und die Kosten für die Gesundheitsversorgung steigen weiter. Um dem entgegenzuwirken, werden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, etwa die Verkürzung der Aufenthaltsdauer in Krankenhäusern oder Rehazentren durch Verbesserung der interprofessionellen und personenzentrierten Zusammenarbeit zwischen Angehörigen der Gesundheits- und Sozialberufe.

750 Studierende, 66 Praktiker und 54 Lehrende aus 4 Ländern
„Dafür braucht es ein gemeinsames Verstehen. Jede Disziplin hat ihre eigenen Fachbegriffe. Expert:innen aller Disziplinen sollen sich aber gut austauschen können. Und auch die Patienten sollen natürlich zum Verständnis ihrer Anliegen beitragen und alles verstehen, was in ihren Befunden steht und mit ihnen besprochen wird“, sagt Anita Kidritsch, Koordinatorin des Projekts an der FH St. Pölten und dort Senior Researcher am Institut für Gesundheitswissenschaften.

Das internationale Projekt INPRO unter Beteiligung der Fachhochschule St. Pölten widmete sich dem gegenseitigen Verständnis zwischen verschiedenen Gesundheits- und Sozialberufen. Ziel sind eine fächerübergreifende Ausbildung und Praxis, um die Versorgung von Patient:innen zu verbessern. 750 Studierende, 66 Praktiker und 54 Lehrende aus 4 Ländern lernten dazu in interdisziplinären Teams auch mit, von und über Patient:innen.

Interdisziplinär fächerübergreifender Transfer von Wissen
Zentrales Thema des Projekts war der Transfer von Wissen aus der Hochschul-Bildung in die Praxis durch interprofessionelle, also fächerübergreifende Ausbildung und kollaborative, praktische Zusammenarbeit in der Rehabilitation. Entstanden sind Module und Instrumente für Ausbildung und Praxis. Das Projekt ist Teil einer größeren Initiative an der FH St. Pölten, die sich der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den Studiengängen Physiotherapie, Diätologie, Gesundheits- und KrankenpflegePLUS und Soziale Arbeit widmen.

Um den Übergang von der Hochschulbildung in die Praxis zu unterstützen, arbeiteten Rehabilitationszentren und Hochschulen über drei Jahre regional und europaweit eng zusammen. Gemeinsam entstand eine Modulreihe von den Grundlagen bis hin zu fortgeschrittenen Kompetenzen interprofessioneller und personenzentrierter Zusammenarbeit. Ein besonderer Fokus lag auf dem interdisziplinären Erfahrungsaustausch. Über regionale Projekte in Bildung und Rehabilitationspraxis hat INPRO dabei auch praxisnahe Ansätze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und europaweiten Anwendbarkeit erprobt.

Frei verfügbare Materialien und die internationalen Partner des Projekts
Das Projektkonsortium entwickelte dabei sowohl ein Studiengangskonzept und Lehrmaterialien, die in die Berufspraxis übergreifen, als auch Richtlinien für die Einrichtung und den Betrieb einer von Studierenden geführten interprofessionellen Lernstation in einem Rehabilitationszentrum. Die Materialien sind über die Projektwebseite frei verfügbar (Anm. siehe Link). Interessierte können sie in ihren eigenen Arbeitsbereichen und Regionen anwenden.

Partner im Projekt waren die Hanze University of Applied Sciences (Projektleitung, NL), die AP University of Applied Sciences (B), weiters die Jamk University of Applies Sciences (FIN) sowie das Gesundheits- und Rehabilitationszentrum Moorheilbad Harbach (A), das Revalidatie Friesland (NL) und Coronaria Healthcare and Rehabilitation Services (FIN). Kofinanziert wurde das Projekt durch das Programm „ERASMUS +“ der Europäischen Union.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 12.03.2024