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13. Dezember 2019

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Intelligente Innovationen für kommunale Infrastrukturen

Intelligente Innovationen für kommunale Infrastrukturen@Piqs.de/Jeremy Levine

Deutsche Telekom zeigt beim Mobile World Congress in Barcelona moderne Smart-City-Anwendungen. Der Fokus liegt generell auf Nachhaltigkeit und beinhaltet intelligente Parkraumnutzung, smarte Verkehrssteuerung und ökonomische Gebäudebewirtschaftung. In Österreich setzt T-Systems bereits mehrere derartige Projekte um, etwa in der Stadt Salzburg oder als Partner der Asfinag.

„Nachhaltigkeit zuerst“ demonstriert die Deutsche Telekom beim aktuellen „Mobile World Congress“ (MWC 19) in Barcelona. Der Deutsche Technologiekonzern und seine Tochterunternehmen T-Systems und T-Mobile wollen sich in Barcelona primär als innovativer Partner für moderne „Smart Cities“ präsentieren. Der Konzern zeigt aktuelle Lösungen für ein besseres Stadtklima, intelligente Gebäude, smarte Verkehrssteuerung sowie neue Applikationen (Anm. Apps) für Smart Cities.
All diese digitalen Angebote werden den zukünftigen Alltag der Bürger komfortabler gestalten. „Wir reagieren auf die Rückmeldungen aus den Verwaltungen und übernehmen gemeinsam mit den Städten und starken Innovationspartnern Verantwortung. Unser Ziel ist eine nachhaltige, zukunftsorientierte digitale Gesellschaft“, erläutert Markus Keller, Smart City Chef der Deutschen Telekom.

„CityTree“ oder die grüne Lunge
Ein kombinierter Hotspot und Luftfilter ist etwa der CityTree. Er verbessert gleichzeitig die Luft und fördert die digitale Infrastruktur in Städten. Die Lösung des StartUps Green City Solutions wird in Städten aufgestellt und arbeitet als biologischer Luftfilter. Die integrierte IoT-Technologie bietet dem Moos auch in Städten optimale Lebensbedingungen und soll entsprechend Feinstaub und Stickoxide aus der Luft filtern.
Der CityTree ist damit ein idealer natürlicher Luftreiniger und erhöht die Luftzirkulation in besonders belasteten Abschnitten. Die integrierten Sensoren liefern außerdem Informationen über die Umweltleistung des CityTrees. Die Höchstleistung liegt bei knapp 700.000 m3 Luft pro Tag und ist mit dem Luftvolumen von 180 Heißluftballons vergleichbar, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung.

Smarte Gebäude
Auch eine intelligente Gebäude-Steuerung schont die Umwelt. Der Stand der Deutschen Telekom wird dabei selbst zum Exponat für eine neue Anwendung im Bereich „Building Monitoring and Analytics“. Sensoren zeigen hier den Besucherstrom, der sich über den Stand bewegt. Building Monitoring eröffnet neue Möglichkeiten zu ungenutzten Flächen und Arbeitsplätzen, bildet aber auch Tendenzen und Vorlieben der Raumnutzung ab.
Daraus ergeben sich wiederum Potenziale für neue Arbeitswelten oder zum Einsparen von Energie. Und: Nur ein tatsächlich genutzter Raum wird am Ende des Tages auch gereinigt. Übermittelte Daten zu Luftqualität, Licht, geöffneten Fenstern oder Türen werden analysiert und auswertet. Dafür dient die Anbindung der Sensoren an die IoT-Plattform "Connected Things Hub". Diese Plattform wird unterstützt vom Unternehmen Axonize.

Künstliche Intelligenz für weniger Stau
Keine Smart City ohne intelligente Verkehrssteuerung. Auch hierfür entwickelt die Deutsche Telekom Lösungen, aktuell etwa am Ernst-Reuter-Platz in Berlin, einem der Verkehrsknotenpunkte der Hauptstadt. Der Verkehrsfluss soll hier mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) optimiert werden. In einem Forschungsprojekt Telekom Innovation Laboratories (T-Labs) erfassen fünf Kameras zunächst einen „Pixelstrom“.
Über Machine Learning, einer speziellen Form von KI, erfolgt eine Mustererkennung, wo erfasste Messdaten als PKWs und LKWs erkannt werden. Modellhaft für verschiedene Tageszeiten optimiert, entsteht eine Empfehlung zur Ampelsteuerung – mit einem verblüffenden Ergebnis: Das Pilotprojekt (Anm. der T-Labs) reduziert Stauphasen um bis zu 20 Prozent. Ein hoffnungsvoller Ansatz, der auch wesentlich zur Luftverbesserung in anderen Städten beitragen kann.

Ein Standard für digitale Verwaltung
Verwaltungsservices digital lautet die Herausforderung für Städte und Gemeinden durch das Onlinezugangsgesetz. Bis 2022 müssen in Deutschland die Standard-Verwaltungsdienstleistungen wie zum Beispiel Anträge für den Führerschein oder Passdokumente online verfügbar sein. Die Telekom und der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) unterstützen nun die Verwaltungen bei der Entwicklung und Implementierung digitaler Angebote. Der Grundstein dafür wurde letztes Jahr mit der eigenen Smart-City-App gelegt.
Diese standortbasierte App bündelt digitale Services für den öffentlichen Sektor wie etwa Ummeldung, Führerscheinanträge oder Car- und Bikesharing. Außerdem gibt es Hinweise zum Freizeitangebot und Einkaufsmöglichkeiten. Zum MWC ruft die Telekom Städte und Gemeinden auf, der „Entwicklergemeinschaft“ beizutreten. Herausforderungen wie rechtliche Vorgaben oder knappe Ressourcen für einen laufenden Regelbetrieb lassen sich gemeinsam leichter bewältigen. Davon ist sind auch die Städte Bonn und Dortmund überzeugt, die auf dem MWC als erste Städte der Entwicklergemeinschaft beitraten.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 05.03.2019